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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Computergestützte Modellierung des humanen Femurknochens unter Verwendung neuartiger medizinischer Bilddaten – eine Machbarkeitsstudie

Ann-Kristin Becker - Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (FORBIOMIT), Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Iman Soodmand - Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (FORBIOMIT), Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Bastian Klaan - Institut und Poliklinik für Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Daniel Cantré - Institut und Poliklinik für Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Chris Lappe - Institut und Poliklinik für Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Michael Dau - Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Jan-Oliver Saß - Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (FORBIOMIT), Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Rainer Bader - Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (FORBIOMIT), Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland
Märuan Kebbach - Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (FORBIOMIT), Orthopädische Klinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Finite-Elemente (FE) Modellierung ermöglicht detaillierte, nicht-invasive computergestützte Untersuchungen anatomischer Strukturen. Für patientenspezifische Modelle ist eine hochauflösende Bildgebung erforderlich, die üblicherweise mittels Computertomographie (CT) erfolgt [1]. Da CT-Untersuchungen mit ionisierender Strahlung und einem erhöhten Lebenszeit-Krebsrisiko verbunden sind (Smith-Bindman et al., JAMA Intern. Med., 2025), haben dreidimensionale (3D) Zero-Echo-Time (ZTE) Magnetresonanztomographie (MRT)-Techniken, die eine CT-ähnliche Knochendarstellung ermöglichen [2], am lebenden Organismus an Bedeutung für Klinik und Forschung gewonnen. Ziel dieser Studie ist daher die Evaluation der 3D-ZTE-MRT-Bildgebung für die Erstellung patientenspezifischer FE-Modelle am repräsentativen Anwendungsbeispiel des humanen Femurknochens.

Material und Methoden: Es wurden vier gesunde Probandinnen (24–36 Jahre) mittels 3D-ZTE-MRT an einem klinischen 3 T-System (GE Premier, GE HealthCare) unter Verwendung von 3D-T1-gewichteten ZTE-Sequenzen untersucht (Abbildung 1A [Abb. 1]). Nach Segmentierung der Femora wurden die 3D-Geometrien rekonstruiert, zusammengeführt und anatomische Landmarken definiert (Abbildung 1B [Abb. 1]). Die FE-Analyse erfolgte in Abaqus/CAE v.2022 (Dassault Systèmes Simulia Corp.) unter der Annahme linear-elastischer Materialeigenschaften (Bazyar et al., Biomechanics, 2023) (Abbildung 1C [Abb. 1]). Nach der Vernetzung mit quadratischen Tetraeder-Elementen (Abbildung 1D [Abb. 1]) wurden die distalen Femora fixiert und eine axiale Last von 2000 N entlang der mechanischen Achse appliziert (Abbildung 1E [Abb. 1]). Zur Auswertung wurden die berechneten Verschiebungen und Dehnungen (Abbildung 1F [Abb. 1]) mit experimentellen Ergebnissen von Kluess et al. (2019) [1] verglichen.

Abbildung 1

Ergebnisse: Auf Basis von 3D-ZTE-MRT-Bildern wurden FE-Modelle von vier humanen Femora erstellt. In Tabelle 1 [Tab. 1] sind die Ergebnisse der maximalen Verschiebung des Femurkopfes und der durchschnittlichen Dehnung an den superioren und inferioren Oberflächen des Oberschenkelhalses sowie die experimentellen Vergleichswerte [1] zusammengefasst.

Tabelle 1:Verschiebungs- und Dehnungsergebnisse der FE-Modelle im Vergleich zum Experiment [1]

Diskussion und Schlussfolgerung: Die ermittelten Verschiebungs- und Dehnungswerte liegen in einer ähnlichen Größenordnung wie im Experiment [1] und belegen das Potenzial der 3D-ZTE-MRT-Bildgebung für die Erstellung patientenspezifischer FE-Modelle. Da in [1] ein Femurpräparat herangezogen wurde, ist ein direkter Vergleich der Ergebnisse nur begrenzt möglich. Daher sollten in zukünftigen Studien FE-Modelle auf Basis von 3D-ZTE-MRT-Bildern mit CT-basierten Modellen des vitalen Knochens verglichen werden.


Literatur

[1] Kluess D, Soodmand E, Lorenz A, Pahr D, Schwarze M, Cichon R, Varady PA, Herrmann S, Buchmeier B, Schröder C, Lehner S, Kebbach M. A round-robin finite element analysis of human femur mechanics between seven participating laboratories with experimental validation. Comput Methods Biomech Biomed Engin. 2019 Sep;22(12):1020-1031. DOI: 10.1080/10255842.2019.1615481
[2] Breighner RE, Endo Y, Konin GP, Gulotta LV, Koff MF, Potter HG. Technical Developments: Zero Echo Time Imaging of the Shoulder: Enhanced Osseous Detail by Using MR Imaging. Radiology. 2018 Mar;286(3):960-966. DOI: 10.1148/radiol.2017170906