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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Wings in war – biomechanische Testung der 3D- gedruckten „Wingman“ Katastropen-Fixateur-Klemmen

Jasper Frese - ZKF – Zentrum für klinische Forschung, Hamburg, Deutschland; UKSH Campus Lübeck Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Lübeck, Deutschland
Johannes Keller - Zentrum für Operative Medizin Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie – Fachbereich Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Matthias Johann - Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, Hamburg, Deutschland
Tobias Barth - ZKF – Zentrum für klinische Forschung, Hamburg, Deutschland
Matthias Münch - ZKF – Zentrum für klinische Forschung, Hamburg, Deutschland
Arndt Peter Schulz - ZKF – Zentrum für klinische Forschung, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Naturkatastrophen und militärische Konflikte führen zu schweren Frakturen, die unter Bedingungen limitierter Infrastruktur im Sinne des Damage-Control-Konzepts versorgt werden müssen. Der externe Fixateur stellt hierbei das Verfahren der Wahl dar, ist jedoch in etablierten Systemen häufig kostenintensiv, schwer sowie material- und schulungsabhängig. Ziel dieser Studie war die Entwicklung und Evaluation eines neuartigen, werkzeuglosen, 3D gedruckten externen Fixateurs („Wingman“) für den Einsatz unter Notfallbedingungen.

Material und Methoden: In einer translationalen experimentellen Studie wurde der werkzeuglose Wingman-Fixateur mit einem etablierten AO-Fixateursystem verglichen (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]). Insgesamt applizierten 24 Chirurginnen und Chirurgen unterschiedlicher Erfahrungsstufen (Assistenzärzte, Fachärzte, Oberärzte; je n=8) beide Systeme an synthetischen Femurmodellen in einem randomisierten Cross-over-Design. Die Applikation erfolgte orientiert an ASTM F1541. Primäre Endpunkte waren Applikationszeit und biomechanische Stabilität. Nach Anlage des Fixateurs wurde eine instabile Femurschaftfraktur (AO 32-A3) simuliert und anschließend eine quasistatische Belastungsprüfung bis 150 N durchgeführt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Chi-Quadrat- und Wilcoxon-Rangsummentest.

Abbildung 1

Ergebnisse: Die Anwendung des Wingman-Fixateurs war signifikant schneller, wenn dieses System zuerst appliziert wurde (p=0,02). Insgesamt zeigte sich eine deutliche Tendenz zu kürzeren Applikationszeiten im Vergleich zum AO-System, ohne statistisch signifikanten Unterschied (p=0,06) (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]). In der biomechanischen Testung trat in beiden Gruppen jeweils ein Versagen vor Erreichen von 150 N auf. Hinsichtlich der gemessenen Deformation bestand kein signifikanter Unterschied zwischen den Systemen (p=0,33).

Abbildung 2

Diskussion und Schlussfolgerung: Der werkzeuglose Wingman-Fixateur ermöglicht bei vergleichbarer biomechanischer Stabilität eine schnellere und intuitive Applikation im Vergleich zu einem etablierten AO-externen Fixateursystem. Damit stellt er eine vielversprechende Alternative für den Einsatz in humanitären Krisen und militärischen Konflikten dar und besitzt darüber hinaus Potenzial für den zivilen Einsatz. Weitere klinische Studien sind erforderlich.