Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Fehlrotierte seitliche Knie-Röntgenaufnahmen erlauben keine verlässliche Beurteilung der Patellahöhe mittels Caton-Deschamps-Index
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Zielsetzung und Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, die Messung der Patellahöhe mittels Caton-Deschamps-Index (CDI) auf fehlrotierten im Vergleich zu korrekt positionierten seitlichen Knie-Röntgenaufnahmen bei denselben Patient:innen zu vergleichen. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass eine Fehlrotation die CDI-Werte signifikant verändert. Ein sekundäres Ziel war die Bestimmung eines Cut-off-Werts der anterior-posterioren Distanz (APD) für Fehlrotation, der einer minimal klinisch relevanten Differenz (MCID) von 0,1 in ΔCDI entspricht.
Material und Methoden: Diese retrospektive Analyse umfasste Patient:innen mit seitlichen Knie-Röntgenaufnahmen zwischen Januar 2020 und März 2023 an einer universitären Einrichtung. Eingeschlossen wurden Patient:innen, bei denen mindestens zwei Aufnahmen vorlagen: eine mit Fehlrotation (APD ≥1 mm) und eine korrekt ausgerichtete (APD <1 mm). Röntgenbilder mit Kippung (Tilt), vorangegangener knöcherner Operation oder Frakturen wurden ausgeschlossen. Die Patellahöhe wurde mittels CDI bestimmt (Abbildung 1 [Abb. 1]). Die Inter- und Intra-Rater-Reliabilität wurde anhand von Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC) bewertet. Gepaarte t-Tests dienten dem Vergleich der CDI-Werte. Fälle mit einem ΔCDI ≥0,1 (entsprechend der MCID) wurden identifiziert. Der APD-Cut-off-Wert, der einem ΔCDI von 0,1 entspricht, wurde mittels Regression von ΔCDI auf APD ermittelt.
Ergebnisse: Es wurden 126 seitliche Knie-Röntgenaufnahmen von 63 Patient:innen (57% weiblich) analysiert. Die Inter- und Intra-Rater-Reliabilität war exzellent (ICC >0,8 für alle Vergleiche). Der mittlere CDI betrug 0,96 ± 0,06 bei korrekt ausgerichteten und 1,03 ± 0,08 bei fehlrotierten Aufnahmen, mit einer signifikanten mittleren Differenz von 0,07 ± 0,05 (p < 0,001). Bei 34,9% der Patient:innen unterschied sich der CDI zwischen den beiden Bildgebungsbedingungen um ≥0,1. Die lineare Regression von ΔCDI auf APD ergab eine Steigung von 0,016 pro mm (R² = 0,57). Der APD-Cut-off-Wert, der einem ΔCDI von 0,1 entspricht, lag bei 6,3 mm (95%-KI 5,7–6,9 mm).
Diskussion und Schlussfolgerung: Eine Fehlrotation beeinflusst die Patellahöhe gemessen mittels CDI auf seitlichen Knie-Röntgenaufnahmen signifikant. Eine klinisch relevante Differenz von ≥0,1 im ΔCDI trat bei mehr als einem Drittel der Patient:innen auf. Fehlrotierte Aufnahmen sollten mit Vorsicht interpretiert werden – bei CDI-Werten nahe klinischer Entscheidungsgrenzen sollte eine erneute Bildgebung in Betracht gezogen werden.




