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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Objektiv besser, subjektiv enttäuscht – Ergebnisse vs. Erwartungshaltung nach mehrfacher Revisions-Knieendoprothetik

Stephanie Kirschbaum - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Ayjamal Tashqin - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Carsten Perka - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland; Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Sebastian Braun - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Clemens Gwinner - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Insbesondere in der Revisionsknieendoprothetik (R-KTEP) besteht eine Diskrepanz zwischen objektivem (Verbesserung der PROM) und subjektivem Behandlungserfolg (Zufriedenheit der Patienten). Ziel der Arbeit war es, die präoperativen Erwartungen in einer Hochrisikokohorte mit mehrfacher R-KTEP systematisch zu erfassen und deren Einfluss auf funktionelles Outcome, klinische Verbesserung und postoperative Zufriedenheit zu analysieren.

Material und Methoden: Eingeschlossen in diese prospektive Kohortenstudie wurden Patienten mit mindestens zwei vorausgegangenen Revisionen der K-TEP. Erfasst wurden Patientendemografie, Anzahl der Voroperationen, PROMs (Oxford Knee Score [OKS], Subjective Knee Value [SKV], Schmerzintensität mittels NRS) präoperativ sowie nach 3, 6 und 12 Monaten. Präoperativ wurden Erwartungen hinsichtlich Schmerzreduktion, Beweglichkeit, Funktion und psychischer Gesundheit (Likert-Skala) erhoben. Die postoperative Gesamtzufriedenheit wurde nach 12 Monaten auf einer numerischen Skala von 0–10 bewertet.

Ergebnisse: 50 Patienten (32 Frauen, 18 Männer) mit einem mittleren BMI von 29,6 ± 5,3 wurden nachbeobachtet. 30% hatten zwei, 32% drei, 38% ≥ 4 Voroperationen am betroffenen Kniegelenk. Alle PROMs zeigten über 12 Monate eine signifikante Verbesserung (Tabelle 1 [Tab. 1]).

Tabelle 1: Übersicht der PROMS im zeitlichen Follow-up

58% der Patienten erwarteten postoperativ Schmerzfreiheit, 68% eine 100%-ig normale Kniefunktion. Nur in der Gruppe ≥ 4 vorausgegangener Revisionen zeigten sich diese Erwartungshaltung reduziert (Abbildung 1 [Abb. 1]). Die durchschnittliche Gesamtzufriedenheit nach 12 Monaten betrug 6,5 ± 1,8. Die Zufriedenheit korrelierte signifikant mit absoluten Outcome-Scores (OKS r = 0,556; SKV r = 0,585; jeweils p < 0,001) sowie negativ mit der Schmerzintensität (r = –0,560; p < 0,01). Eine signifikante Korrelation bestand zwischen Zufriedenheit und Verbesserung von OKS und SKV, jedoch nicht mit der erzielten Schmerzreduktion. Es konnte kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Zufriedenheit nach 12 Monaten und der initialen Erwartungshaltung bezüglich der postoperativen Schmerzfreiheit (Kruskall Wallis, p= 0,478) gefunden werden. Es wurde eine negative Korrelation zwischen der Höhe der Erwartungen einer normalen Kniefunktion postoperativ und des schlussendlichen SKV und Zufriedenheit identifiziert (-ß,125 bzw.-0,205 Spearman Korrelation, p= 0.084)

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Die moderate Zufriedenheit nach mehrfacher (R-KTEP) reflektiert weniger das klinische Ergebnis als vielmehr unrealistische präoperative Erwartungen – insbesondere auch bei Patienten mit multiplen Voroperationen. Eine konsequente Erwartungssteuerung ist daher essenziell für eine objektive Ergebnisbewertung.