Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Unspezifischer Kreuzschmerz (LBP): Behandlung von myofaszialen Triggerpunkten mittels fokussierter extrakorporaler Stoßwellentherapie vs manueller Physiotherapie – eine RCT-Studie
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Unspezifische Kreuzschmerzen (nsLBP) haben eine komplexe und multifaktorielle Ätiologie; neuere Studien legen nahe, dass myofasziales Gewebe und das myofasziale Schmerzsyndrom eine bedeutende Rolle spielen. Die thorakolumbale Faszie, die reich mit nozizeptiven Afferenzen innerviert ist, ist anfällig für eine langanhaltende Sensibilisierung und kann eine primäre Schmerzquelle darstellen. Die extrakorporale Stoßwellentherapie hat sich als potenzielle Behandlungsoption bei myofaszialen Gewebedysfunktionen etabliert. Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit der fokussierten ESWT auf myofasziale Gewebe von Rumpf, Becken und unteren Extremitäten zur Reduktion von Behinderung und Schmerzen bei Patienten mit Kreuzschmerzen zu evaluieren.
Material und Methoden: 44 Patienten mit diagnostizierten chronischen Kreuzschmerzen wurden anhand vordefinierter Einschlusskriterien ausgewählt und anschließend randomisiert zwei Gruppen zugeteilt. Die Interventionsgruppe erhielt über einen Zeitraum von vier Wochen eine Behandlung pro Woche mit fokussierter ESWT, die auf myofasziale Triggerpunkte im Lendenbereich, in der Glutealregion und an den unteren Extremitäten angewendet wurde. Die Kontrollgruppe hingegen erhielt eine physiotherapeutische Behandlung gemäß den aktuellsten Leitlinien. Die primären Endpunkte umfassten die Visuelle Analogskala (VAS), den Oswestry Disability Index (ODI) sowie die Quebec Back Pain Disability Scale (QBPDS). Die Patienten wurden zu Studienbeginn, nach Abschluss der Behandlungsphase sowie nach drei Monaten nachuntersucht, um die anhaltenden Effekte der Interventionen zu beurteilen.
Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten nach der Behandlung Verbesserungen der ODI- und QBPDS-Werte, die auch bei der Nachuntersuchung nach drei Monaten bestehen blieben. Die Studiengruppe wies jedoch im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant stärkere Verbesserungen der VAS- (p = 0,005), ODI- (p < 0,001) und Quebec Back Pain Disability Scale-Werte (p = 0,001) auf – sowohl unmittelbar nach der Behandlung als auch nach drei Monaten (p = 0,005; 0,005; 0,032).
Diskussion und Schlussfolgerung: Die fokussierte ESWT an myofaszialen Triggerpunkten ist eine wirksame Therapie zur Reduktion von Kreuzschmerzen kurz- und mittelfristig. Das myofasziale Gewebe stellt einen wesentlichen Bestandteil und eine potenzielle spezifische Ursache chronischer Kreuzschmerzen dar. Die vorliegenden Ergebnisse unterstützen die Rolle des myofaszialen Gewebes bei der Entstehung und Progression von nsLBP und eröffnen neue Perspektiven sowohl für Schmerztherapiestrategien als auch für den Einsatz der ESWT. Weitere Untersuchungen sowie längere Nachbeobachtungszeiträume sind erforderlich, um die langfristigen Ergebnisse zu bestätigen.



