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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Behandlung und Outcome osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen vom Typ OF2

Dina Wiersbicki - Universitätsklinikum Leipzig; Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Leipzig, Deutschland; AG Osteoporose und Altersfrakturen der Sektion Wirbelsäule der DGOU, Berlin, Deutschland
Philipp Schenk - BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland; AG Osteoporose und Altersfrakturen der Sektion Wirbelsäule der DGOU, Berlin, Deutschland
Klaus Schnake - AG Osteoporose und Altersfrakturen der Sektion Wirbelsäule der DGOU, Berlin, Deutschland; Malteser Waldkrankenhaus St. Marien, Erlangen, Deutschland
Georg Osterhoff - AG Osteoporose und Altersfrakturen der Sektion Wirbelsäule der DGOU, Berlin, Deutschland; Lehrstuhl für Traumatologie Charité – Universitätsmedizin Berlin, BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin, Deutschland
Ulrich Spiegl - AG Osteoporose und Altersfrakturen der Sektion Wirbelsäule der DGOU, Berlin, Deutschland; München Klinik Harlaching, München, Deutschland
Max Scheyerer - AG Osteoporose und Altersfrakturen der Sektion Wirbelsäule der DGOU, Berlin, Deutschland; Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Bernhard Ullrich - AG Osteoporose und Altersfrakturen der Sektion Wirbelsäule der DGOU, Berlin, Deutschland; BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Osteoporotische Wirbelkörperfrakturen führen zunehmend zu klinischen und sozioökonomischen Herausforderungen. Bei der Behandlung dieser Frakturen sollen die OF-Klassifikation und der zugehörige Therapie-Score Therapieentscheidungen unterstützen. Ziel dieser Studie war die Analyse der Behandlungsstrategien bei osteoporotischen thorakolumbalen OF2-Frakturen mit besonderem Fokus auf die klinischen und funktionellen Ergebnisse der konservativen im Vergleich zur operativen Therapie sowie auf Prädiktoren für eine Entscheidung zur Operation.

Material und Methoden: In die prospektive multizentrische Studie (EOFTT, 2017–2020) wurden 518 konsekutive Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen eingeschlossen, die in siebzehn Wirbelsäulenzentren behandelt wurden. Für diese Subgruppenanalyse der EOFTT-Studie wurden ausschließlich Patientinnen und Patienten mit OF2-Frakturen und einem Mindest-Follow-Up (FU) von sechs Wochen berücksichtigt. Klinische und funktionelle Parameter (Schmerz, ODI, TuG, EQ-5D-5L, Komplikationsraten) wurden prätherapeutisch, bei Entlassung sowie beim letzten verfügbaren FU erhoben.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 122 Patienten mit OF2-Frakturen analysiert (73 ± 10 Jahre; 79% weiblich). 52% der Patienten wurden konservativ und 48% operativ behandelt. Die operative Therapie erfolgte überwiegend mittels Zementaugmentation (82%). Operativ behandelte Patienten wiesen zum Zeitpunkt der Therapieentscheidung signifikant höhere OF-Scores, stärkere Schmerzen und eine ausgeprägtere funktionelle Einschränkung auf (p<0,026). Die konservative Therapie war mit einer kürzeren Verweildauer im Krankenhaus und einer geringeren Komplikationsrate assoziiert (2% vs. 12%, p=0,029). Beide Gruppen zeigten im FU signifikante Verbesserungen in allen funktionellen Endpunkten. Zum FU berichteten operativ behandelte Patienten jedoch weiterhin über höhere Schmerzwerte (p=0,007), eine stärkere funktionelle Einschränkung (ODI; p=0,046), niedrigere EQ-5D-5L-Indexwerte (p=0,027) sowie eine höhere Rate an Folgefrakturen (p=0,017) im Vergleich zur konservativ behandelten Gruppe.

Diskussion und Schlussfolgerung: Trotz ihrer morphologischen Stabilität wurden OF2-Frakturen in nahezu der Hälfte der Fälle operativ versorgt, wobei die Therapieentscheidung maßgeblich von der Symptomschwere und den funktionellen Einschränkungen beeinflusst wurde. Da die funktionellen Ergebnisse im FU zwischen den Gruppen vergleichbar waren, die operative Therapie jedoch mit höheren Komplikations- und Refrakturraten einherging, erscheint ein primär konservatives Vorgehen gerechtfertigt. Operative Maßnahmen sollten sorgfältig ausgewählten Patienten vorbehalten bleiben.