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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ambulante Endoprothetik mit Entlassung am OP-Tag: Machbarkeit und Sicherheit in einer konsekutiven Kohorte von 600 Fällen aus Kanada

Tom Schmidt-Bräkling - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Samuel Morgan - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Matey Juric - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Ervis Musa - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Ariane Parisien - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Stéphane Poitras - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Joel Werier - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Benjamin Sohmer - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada
Paul Beaulé - Division of Orthopaedic Surgery, The Ottawa Hospital, Ottawa, Kanada

Text

Zielsetzung und Fragestellung: In Deutschland wird Endoprothetik überwiegend stationär erbracht; ambulante Modelle sind bislang nicht flächendeckend implementiert. Ziel war die Evaluation von Machbarkeit und Sicherheit eines konsequent ambulanten Versorgungsmodells mit Entlassung am Operationstag für Hüft-, Knie- und Schulterendoprothetik in Kanada.

Material und Methoden: Retrospektive, monozentrische Kohortenstudie einer konsekutiven Patientenserie. Eingeschlossen wurden alle Patienten bei denen eine elektive Endoprothesenimplantation von Hüfte, Knie oder Schulter in einem ambulanten Versorgungszentrum zwischen dem 01.02.2023 und dem 28.03.2024 durchgeführt wurde. Primärer Endpunkt war eine ungeplante Notaufnahmevorstellung innerhalb von 7 Tagen postoperativ. Sekundäre Endpunkte umfassten eine stationäre Aufnahme innerhalb von 7 Tagen, eine mögliche Reoperation mit stationärer Aufnahme innerhalb von 90 Tagen sowie patientenberichtete Outcomes (PROMs) mittels Oxford Hip Score (OHS), Oxford Knee Score (OKS) und PROMIS (Physical Function Score).

Ergebnisse: Insgesamt wurden 600 Patienten eingeschlossen (282 THA, 282 TKA, 36 TSA). Die Kohorte umfasste 318 Frauen; das mittlere Alter betrug 66 Jahre, der mittlere BMI 28,7. Eine Entlassung am Operationstag erfolgte bei 598/600 Patienten (99,7%); 2/600 (0,3%) benötigten eine stationäre Überwachung bis zum Folgetag. Innerhalb von 7 Tagen stellten sich 16/600 Patienten (2,7%) ungeplant in der Notaufnahme vor. Von diesen 16 Notaufnahmevorstellungen waren 8 (50,0%) durch Schmerzen, Schwellung oder Taubheitsgefühlen bedingt, 7 (43,8%) durch Blutung, Sekretion oder Wundprobleme und 1 (6,2%) durch nicht operationsbezogene Ursachen; keine Notaufnahmevorstellung erforderte eine stationäre Aufnahme. Innerhalb von 90 Tagen waren 2/600 (0,3%) Reoperationen mit stationärer Aufnahme erforderlich. PROMs zeigten eine deutliche Verbesserung: OHS +17,6 ± 10,7; OKS +13,1 ± 11,2; PROMIS Physical Function +8,8 ± 7,3.

Diskussion und Schlussfolgerung: Ein konsequent ambulantes Endoprothetik-Modell mit Entlassung am OP-Tag ist hochgradig praktikabel und zeigt niedrige Raten früher ungeplanter Notaufnahmen sowie sehr seltene Reoperationen bei gleichzeitig deutlicher Verbesserung patientenberichteter Outcomes. Die kanadischen Daten liefern eine klinisch relevante Grundlage für die Diskussion einer möglichen Implementierung ambulanter Endoprothetik in Deutschland.