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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Pädiatrische tibiofemorale Kniegelenksluxationen: Eine retrospektive Fallserie aus einem überregionalen Traumazentrum

Pierre Hepp - Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Yasmin Youssef - Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland
Ralf Henkelmann - Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Tibiofemorale Luxationen bei pädiatrischen Patienten sind selten, und Therapieempfehlungen basieren überwiegend auf Daten aus dem Erwachsenenbereich. Diese Fallserie von fünf pädiatrischen Patienten erweitert die begrenzte Literatur und beleuchtet zentrale Aspekte der Diagnostik, Behandlung und klinischen Ergebnisse.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse aller pädiatrischen Patienten mit tibiofemoraler Kniegelenksluxation durchgeführt. Erfasst wurden Unfallmechanismus, Verletzungsmuster (inkl. Klassifikation nach Schenck), bildgebende Diagnostik, operatives Vorgehen, Komplikationen sowie klinische und funktionelle Ergebnisse im Langzeitverlauf. Die funktionelle Evaluation erfolgte anhand validierter Scores (KOOS, IKDC, EQ-5D-5L).

Ergebnisse: Es wurden 5 Patienten eingeschlossen (mittleres Alter 14.2 Jahre; 60% männlich). Vier der Patienten hatten Schenck III Luxationen, einer eine Schenck I Luxation. Die MRT- und Gefäßdiagnostik identifizierte häufige Begleitverletzungen wie Meniskus- und Knorpelläsionen, knöcherne Bandausrisse sowie in zwei Fällen eine Beteiligung des N. peroneus. In vier Fällen erfolgte ein zweizeitiges operatives Vorgehen. Im Follow-up (Mittleres Follow-up 7 Jahre; min. 6 Jahre, max. 8 Jahre) zeigten sich bei den Patienten keine Wachstumsstörungen oder Achsdeformitäten. Die funktionellen Ergebnisse waren insgesamt günstig (KOOS: 59–98%, IKDC: bis zu 100%). Dennoch berichteten drei Patienten trotz guter alltäglicher Funktion über anhaltende psychische Belastungen durch die Verletzung.

Diskussion und Schlussfolgerung: Pädiatrische tibiofemorale Luxationen stellen schwerwiegende Verletzungen dar, die ein zeitnahes und individualisiertes Management erfordern. Eine an das Skelettalter angepasste, gestufte Rekonstruktion erscheint sicher und effektiv und ermöglicht den Erhalt von Wachstum und Funktion. Neben der chirurgischen Versorgung sollten psychologische Aspekte berücksichtigt und psychosoziale Unterstützung in die Nachsorge integriert werden.