Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Langfristige radiologische und klinische Ergebnisse nach chirurgischer Behandlung von Pseudarthrosen: Eine zehnjährige Nachbeobachtungsstudie
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Pseudarthrosen stellen in der Unfallchirurgie weiterhin eine erhebliche therapeutische Herausforderung dar. Neben der ausgeprägten sozioökonomischen Belastung für das Gesundheitssystem führen sie auch Jahre nach dem initialen Trauma zu einer nachhaltigenBeeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen. Dennoch fokussiert sich der Großteil der bisherigen Studien auf einen Nachbeobachtungszeitraum von maximal zwei Jahren. Vor dem Hintergrund klinischer Erfahrungen aus den Versorgungsalltag ergab sich daher die Fragestellung nach dem langfristigen radiologischen und klinischen Outcome zehn Jahre nach operativer Behandlung.
Material und Methoden: Alle zwischen Juli 2014 und Oktober 2015 operierten Patientinnen und Patienten wurden zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Im Rahmen der Nachuntersuchung erfolgte die Anfertigung von Röntgenaufnahmen der betroffenen Region in zwei Ebenen, welche anschließend zur Beurteilung der knöchernen Konsolidierung anhand des modifizierten Lane-Sandhu-Score ausgewertet wurde. Darüber hinaus wurde im Rahmen einer körperlichen Untersuchung das Bewegungsausmaß der benachbarten Gelenke dokumentiert. Die subjektive Schmerzintensität wurde mithilfe einer visuellen Analogskala erhoben, während die gesundheitsbezogene Lebensqualität mittels des Short-Form-12-Fragebogens beurteilt wurde. Sämtliche erhobenen Daten wurden abschließend mit den Ergebnissen derselben Patientinnen und Patienten aus früheren Untersuchungszeitpunkten verglichen.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 54 Patienten in die Studie aufgenommen. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 122 Monate (IQR: 118–124). Der mediane LSS lag bei 4 (IQR: 3–4). Der Wilcoxon-Mann-Whitney-Test ergab einen signifikanten Unterschied im Vergleich zu 24 Monaten nach der Operation (Z = 4,716, p < 0,001). Insgesamt 51 Patienten (94,4%) gaben an, mit der Behandlung zufrieden zu sein. In Bezug auf die Lebensqualität hatten die Patienten nach zehn Jahren einen durchschnittlichen SF-12m-Score von 53,14 ± 10,13 und einen SF-12p-Score von 38,93 ± 12,71.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die chirurgische Behandlung von Pseudarthrosen führte bei der Mehrzahl der Patientinnen und Patienten zu einer anhaltenden knöchernen Konsolidierung und stabilen klinischen Ergebnissen im Zehnjahres-Follow-up. Die radiologische Konsolidierung verbesserte sich im Verlauf weiterhin, während PROMs, einschließlich Schmerz, Mobilität und Lebensqualität, nach dem ersten postoperativen Jahr weitgehend unverändert blieben. Trotz persistierender Einschränkungen der körperlichen Funktion war die langfristige Patientenzufriedenheit hoch. Diese Befunde legen nahe, dass eine erfolgreiche Pseudarthrosenbehandlung dauerhafte Langzeitergebnisse erzielt, wenngleich die funktionelle Erholung frühzeitig ein Plateau erreicht.



