Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Versorgungsstrategie der kindlichen VKB-Plastik – Hamstringsehne oder Quadrizepssehne
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Zielsetzung und Fragestellung: Übersichtsarbeiten konnten zeigen, dass die Rekonstruktion im Kindesalter der konservativen Therapie überlegen ist (Frosch et al. 2013). Leider zeigen auch neuere Studien immer wieder, dass sich in diesem Kollektiv hohe Versagensraten mit Rerupturen in 15% innerhalb der ersten beiden Jahren auftreten und Langzeitdaten mit Versagensraten von knapp 40% angegeben werden (Salmon et al. 2018). Bessere Ergebnisse werden immer wieder in Kombination mit einer anterolateralen Tenodese beschrieben, beschreiben aber extraanatomische Verfahren (Monaco et al. 2020). Gegenstand der vorliegenden Studie ist nun der Vergleich einer Kohorte von 36 Patienten die im Rahmen der anatomischen transphysären VKB-Rekonstruktion mittels Hamstringsehne oder Quadrizepssehne ergänzt durch eine anterolaterale Tenodese.
Material und Methoden: Im Zeitraum vom 2022 bis 2025 wurden alle PatientInnen mit Ruptur des vorderen Kreuzbandes in unserem Haus mittels Hamstring- oder Quadrizepssehne kombiniert mit einer anterolateralen Tenodese versorgt. Insgesamt konnten zum Stichtag 36 PatientInnen in die Studie eingeschlossen werden. Es wurden 19 Patienten mit Quadrizepssehne und 17 PatientInnen mit Hamstringsehnentransplantat in die Studie einschlossen. Verlaufskontrollen erfolgten nach sechs Wochen, drei, sechs, neun und 12 Monaten, sowie in der Folge im Jahresturnus. Es erfolgte die radiologische Evaluation der Beinachse vor der operativen Versorgung und dann im Jahresrhythmus bzw. bis zum Fugenschluss. Es wurden pediIKDC, Lysholm- und Tegner-Score erhoben. Des Weiteren erfolgte eine Lachmetertestung und eine Krafttestung mittels Activforce2-Device.
Ergebnisse: Es konnten insgesamt 36 PatientInnen (13w, 24m) mit einem Altersdurchschnitt von 14,4 Jahren bei Eingriff in die Studie eingeschlossen werden. Es wurden 19 PatientInnen mittels Quadrizepssehne (Durchschnittsalter 14,82 Jahre) mit einem Follow up von 583 Tagen und 17 PatientInnen mittels Hamstringsehnen (Durchschnittsalter 14,36 Jahre) mit einem Follow up von 612 Tagen versorgt. Während sich bei den mit Quadrizepssehne versorgten PatientInnen keine Reruptur zeigte, traten in der Gruppe mit Hamstringsehnen zwei Rerupturen nach einem und gut zwei Jahren auf (12,5%). Die Aktivitätsscores verbesserten sich in beiden Gruppen signifikant. In den Lachmetermessungen konnte eine durchschnittliche Seitendifferenz von unter 2 mm in beiden Gruppen erreicht werden. In der Kraftmessung wurde eine Seitendifferenz von 1,9 kg in der Quadrizepsgruppe und 1,4 kg in der Semitendinosusgruppe erreicht werden. Beinachsendeviationen zeigten sich nicht.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Quadrizepssehne ist der Hamstringsehne in der kindlichen Kreuzbandchirurgie der Vorzug zu geben, während sich hinsichtlich Aktivitätsscores und den Stabilitätsmessungen keine Unterscheide zeigten. Komplikationen wie Muskelabrisse oder Bewegungseinschränkungen zeigten sich in unserem Kollektiv nicht und untermauern die Quadrizepssehne als sicheres Transplantat nicht nur in der Revisionskreuzbandchirurgie.



