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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Nutzung eines minimalinvasiven, bilateralen winkelstabilen transakralen Implantats zur Versorgung von osteoporotischen und traumatischen Beckenringfrakturen: Ergebnisse aus einer PMCF-Analyse

Lea Krebs - Unfall-, Hand-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
Gunther Hofmann - Unfall-, Hand-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
Ivan Marintschev - Katholisches Krankenhaus Sankt Johann Nepomuk, Erfurt, Deutschland
Mark Unthan - Unfall-, Hand-, Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Beckenringfrakturen resultieren bei jüngeren Patient:innen in der Regel aus (Hoch-)Rasanztraumata, bei geriatrischen Patient:innen jedoch im Rahmen von Fragilitätsfrakturen (FFP) bei Osteoporose auch als Bagatelltrauma oder Spontanfraktur. Die steigende Inzidenz von FFP stellt eine Herausforderung für die Gesundheits- und Sozialsysteme in Bezug auf die Versorgung von Patient:innen dar. Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte sich noch kein einheitliches operatives Verfahren zur Versorgung von instabilen Beckenringfrakturen etablieren. Marintschev et al. (Eur J Trauma Emerg Surg, 2023) konnten bereits 2022 in einer Pilotstudie zeigen, dass ein neues winkelstabiles Implantat eine vielversprechende Option zur Versorgung von hinteren Beckenringfrakturen darstellt.

Material und Methoden: Im Zeitraum von 2020–2025 wurden in unserer Klinik 57 Patient:innen mit FFP, traumatischen und pathologischen (Unthan et al., 2024) Beckenringfrakturen die mittels bilateraler winkelstabiler transsakraler Stabilisierung (SACRONAIL®, SIGNUS, Alzenau) sowie teilweise additiver ventraler Stabilisierung versorgt und für die Post-Market Clinical Follow-up Studie (PMCF) rekrutiert. Die Datenakquise erfolgte prospektiv prä- und postoperativ sowie zu 4 weiteren Nachbeobachtungszeitpunkten (3, 6, 9 und 12 Monate). Der primäre Endpunkt der Studie war das klinische Outcome. Sekundäre Endpunkte waren u.a. Schmerzen, Komplikationen und klinisch funktionelle Outcomes.

Ergebnisse: 57 Patient:innen mit operativ versorgten Beckenringfrakturen im Alter von 39 bis 99 Jahren wurden eingeschlossen. Hierunter waren 43 FFP, 4 pathologische sowie 10 traumatische Beckenringfrakturen. Zur Entlassung reduzierte sich die Schmerzstärke (NRS) signifikant (präoperativ 7,4(±1,7)/10 NRS, postoperativ 2,9(±1,8)/10, p<0,001), zum 12- Monats Follow- Up betrug die NRS 1,6/10. Zum 12 Monats Follow up gaben alle Patient:innen an, sich erneut derselben operativen Behandlung unterziehen lassen würden, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Bei 3 von 57 eingeschlossenen Patient:innen traten Komplikationen auf: eine Patientin musste aufgrund eines postoperativen Hämatoms im Zugangsbereich revidiert werden; bei 2 Patient:innen zeigte sich die Lockerung einer Verriegelungsschraube, welche entfernt wurde.

Diskussion und Schlussfolgerung: Zusammenfassend zeigen unsere bisherigen Erfahrungen dass das Implantat sowohl bei FFP als auch traumatischen und pathologischen Beckenringfrakturen sicher und effektiv angewendet werden kann. In allen Fällen zeigte sich bereits zum Entlasszeitpunkt eine deutliche Schmerzreduktion. Das Implantat ermöglicht einerseits durch die winkelstabile Verriegelung eine höhere primäre Stabilität, die ein Wechselgang unter Belastung ermöglicht, gegenüber herkömmlichen Fixationsverfahren wie iliosakralen Schrauben, andererseits unterstützt das Design des Systems ein weichteilschonendes und komplikationsarmes Vorgehen.