Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Minced-Cartilage-Verfahren am Ellenbogengelenk: Klinische und bildgebende Ergebnisse nach durchschnittlich 2 Jahren Follow-up
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Zielsetzung und Fragestellung: Das Minced-Cartilage-Verfahren stellt eine Therapieoption dar das bei anderen gelenken bereits etabliert ist, dessen längerfristiges Outcome am Ellenbogen bislang noch sehr unzureichend untersucht ist. Knorpelläsionen des Ellenbogens, insbesondere die Osteochondrosis dissecans (OD), stellen bei jungen, sportlich aktiven Patient:innen eine therapeutische Herausforderung dar. Etablierte Therapien gehen häufig mit längeren Rehabilitationszeiten oder eingeschränkter Belastbarkeit einher. Ziel dieser Studie war es daher klinische und bildgebende Outcomes dieses Verfahrens bei Patient:innen mit OD am Ellenbogengelenk zu untersuchen.
Material und Methoden: In dieser retospektiven Studie wurden Patient:innen eingeschlossen, die aufgrund einer OD am Ellenbogengelenk ein Minced-Cartilage-Verfahren an unserer Klinik erhielten. Ausgeschlossen wurde die Anwendung des Verfahrens bei traumatischen Knorpelläsionen mit zusätzlichen operativen Eingriffen wie bspw. Bandrekonstruktionen. Erfasst wurden MEPS, qDASH, Subjective Elbow Score, ROM und Schmerz (NRS). Zusätzlich wurden sportliche Aktivität, Return to Sports sowie vorliegende MRT-Aufnahmen zur Bewertung mittels MOCART-Score ausgewertet. statistischen Analysen erfolgten mittels des Mann-Whitney U Test und Spearman’s rank correlation.
Ergebnisse: 12 Patient:innen mit instabiler OD (Grad III–IV) (19,1±8,1 Jahre) wurden eingeschlossen. Der mittlere Nachuntersuchungszeitraum betrug 2,0±0,9 Jahre. Die funktionellen Ergebnisse waren sehr gut mit einem mittleren MEPS von 97,1±2,6, einem qDASH von 6,0±3,7, einem SES von 95,2±5,6 Punkten und nahezu keinen Schmerzen (NRS 0,83 ± 0,83). Der Return to Sports erfolgte nach durchschnittlich 5,3± 1,6 Monaten. Sieben Patient:innen kehrten in den Wettkampfsport zurück, darunter drei Hochleistungssportler. Alle Patient:innen erreichten ihr präoperatives Leistungsniveau nach durchschnittlich 6,7±1,2 Monaten, zwei Patient:innen übertrafen dieses. Der Bewegungsumfang war postoperativ vollständig erhalten. Postoperative MRTUntersuchungen zeigten nach 4,5±2,6 Monaten einen mittleren MOCART-Score von 65,6±2,9 (n=12), der sich bei einer zweiten Verlaufskontrolle nach 11,6 ± 2,2 Monaten signifikant auf 71,0±1,0 erhöhte (p=0,008; n=4). Es zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen MOCART-Score und klinischen Outcome-Parametern oder dem Patientenalter (p=0,46). Bezüglich Komplikationen zeigten sich in drei Fällen fortbestehende Krepitationen allerdings ohne Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen.
Diskussion und Schlussfolgerung: Erste Ergebnisse zum Minced-Cartilage-Verfahren bei instabiler OD des Ellenbogens zeigen sehr gute funktionelle Ergebnisse, eine effektive Rückkehr zur sportlichen Aktivität und eine zufriedenstellende strukturelle Regeneration im MRT-Verlauf. Das Verfahren stellt insbesondere für junge und sportlich aktive Patient:innen eine vielversprechende Therapieoption dar. Weitere prospektive Studien mit größeren Fallzahlen und längerer Nachbeobachtung werden benötigt, um die Langzeitergebnisse zu bestätigen.



