28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Altersabhängigkeit der Hörschwellen für tieffrequente Reintöne (2 – 100 Hz)
Text
Die Weiterentwicklung der DIN 45680 „Messung und Bewertung tieffrequenter Geräuschimmissionen in der Nachbarschaft“ wird durch das nur sehr begrenzt zur Verfügung stehende Wissen über eine potenzielle Exposition und ihre Auswirkungen auf den Menschen erschwert. Vom Umweltbundesamt wurde deshalb ein Forschungsprojekt initiiert, das belastbare Daten für eine Neubewertung der Einschätzung der Wirkung von tieffrequentem Schall auf den Menschen liefert.
Dazu wurde eine Hörstudie mit rund 200 Versuchspersonen im Altersbereich von 18 bis 77 Jahren durchgeführt, die über eine zufällige Stichprobenziehung aus Einwohnermeldedaten gewonnen werden konnten, und die Bevölkerung DEs repräsentierten. Ein besonderer Aspekt dieser Studie beinhaltete die Bestimmung von Hörschwellen im tieffrequenten Bereich bis hinunter zu Infraschallfrequenzen von 2 Hz. Für die Präsentation der Stimuli wurde ein von uns entwickeltes, sehr verzerrungsarmes Einsteckhörersystem (LDREPS = Low-Distortion Reproduction System) binaural eingesetzt. Ein Einsteckhörersystem wurde gewählt, um die reine Hörempfindung, möglichst unabhängig von Einträgen durch Körperschall, zu untersuchen.
Die Bestimmung der Hörschwellen der 18 Terzfrequenzen zwischen 2 Hz und 100 Hz erfolgte mittels adaptivem 3-Intervall-3-Alternativen-Zwangwahlverfahren (3I-3AFC).
Erste Ergebnisse zur Altersabhängigkeit der Hörschwellen, die für die Einschätzung von Situationen Betroffener wichtig ist, werden vorgestellt und diskutiert.



