28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Entwicklung eines Messsystems zur Bestimmung der mechanischen Impedanz der menschlichen Gehörgangswand: Erwartete Schmerzschwellen im Gehörgang und Kontrolle der Anpresskraft während der Messung
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Motivation: Eine individuell gefertigte Otoplastik kann trotz gutem Formfaktor zu einem unangenehmen Tragegefühl führen. Ein wesentlicher Einflussfaktor ist die mechanische Interaktion zwischen Otoplastik und Gehörgangshaut. Ziel dieser Arbeit ist es, die mechanischen Eigenschaften der Gehörgangshaut über die dynamische mechanische Impedanz zu charakterisieren und sichere Anpresskräfte für Messungen festzulegen.
Fragestellung: Um Unbehagen und Verletzungen der Probanden zu vermeiden, muss geklärt werden A) welche Anpresskräfte im zulässigen Bereich liegen und B) wie stabil die Anpresskraft während der Messung gehalten werden kann.
Methoden: A) Schmerzschwellen (engl.: pain pressure thresholds (PPT)) können mit Hilfe von Algometern über verschiedene Ankopplungsflächen bestimmt werden [1]. Den Autoren sind keine Studien bekannt, in denen dies für die Haut im Gehörgang durchgeführt wurde. Stattdessen wurden Studien zu PPTs an anderen Körperregionen im Hinblick auf die resultierenden PPTs und die verwendeten Ankopplungsflächen ausgewertet. B) Das Messgerät besteht aus einem Aktuator und einem Sensor, die auf einem schmalen Balken (90x3x0.5 mm [lxbxh]) aufgebracht sind. Über die Durchbiegung des Balkens kann mit Hilfe eines Dehnmessstreifens die wirkende Kraft am Ende des Balkens bestimmt werden. Um zu ermitteln, wie gut die Anpresskraft gehalten werden kann, wurden mehrere Messungen auf Haut durchgeführt und ausgewertet.
Ergebnisse: A) Für Messungen im Gehörgang wird eine obere Anpresskraftgrenze von 0.09 N bei einer runden Ankopplungsfläche mit einem Durchmesser von 2 mm vorgeschlagen. B) Die Ergebnisse der Wiederholungsmessungen auf Haut werden vor Ort dargestellt.
Schlussfolgerungen: Die maximal zulässige Anpresskraft kann durch den Anwender mit dem entwickelten Messgerät eingehalten werden.



