28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Bestimmung der Ausgangslautstärke vibrierender CI Elektroden im Felsenbeinexperiment
Text
Einleitung: Bei Patient*innen und Patienten mit Resthörvermögen unterstützt eine hybride Versorgung aus Cochlea-Implantat (CI) und Hörgerät die auditive Rehabilitation. Für vollimplantierbare elektroakustische Stimulation (EAS) und Patient*innen mit ausgeprägtem kombiniertem Hörverlust kann ein aktiver vibrationsbasierter Stimulationsansatz – wie bei aktiven Mittelohrimplantaten (AMEI) – zusätzlich zu einem CI eine vielversprechende Lösung darstellen. In dieser Studie untersuchten wir die Stimulationsausgangpegel, die durch eine vibrierende CI-Elektrode in menschlichen Felsenbeinen erzeugt werden kann.
Material und Methoden: Über eine posteriore Tympanotomie wurde bei fünf Felsenbeinpräparaten ein weiter Zugang zum runden Fenster geschaffen und eine CI-Elektrode (Flex 20, MED-EL, Österreich) wurde über das runde Fenster in die Scala tympani eingeführt und mit einem piezoelektrischen Aktutator gekoppelt, um eine Vibrationsstimulation zu erzeugen. Der intracochleäre Druck in der Scala vestibuli (PSV) wurde sowohl als Reaktion auf akustische Stimulation im Gehörgang als auch auf elektromechanische CI-Vibration gemessen und daraus der erzielte äquivalente Schalldruck bei akustischer Stimulation errechnet.
Ergebnisse: Die vibrierende CI-Elektrode erzeugte bei einer Auslenkung von 1 µm äquivalente Schalldruckpegel von über 100 dB (eq. dB SPL) zwischen 0,1 und 2 kHz. Bei Frequenzen über 2 kHz waren bereits geringere Auslenkungsniveaus ausreichend, um mehr als 120 dB äquivalenten Schalldruckpegel zu erreichen.
Schlussfolgerung: Diese Ergebnisse zeigen, dass die Vibration der CI-Elektrode ausreichende Stimulationspegel liefern kann, um Patient*innen mit kombiniertem Hörverlust (MHL), die noch Resthörvermögen besitzen, zu unterstützen.



