Logo

28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Erste Ergebnisse zum Hörscreening für Erwachsene im Rahmen der INN.Health Studie

Josef Seebacher - Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Philipp Zelger - Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Matthias Dallio - Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Lukas Mayer-Suess - Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Neurologie, Innsbruck, Österreich
Michael Knoflach - Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Neurologie, Innsbruck, Österreich
Stefan Kiechl - Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Neurologie, Innsbruck, Österreich
Simone Graf - Medizinische Universität Innsbruck, Univ.-Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich

Text

Fragestellung: Die INN.Health Studie ist eine prospektive Studie zu den Themen Kreislaufgesundheit, Hören und Stimme. Die Studiengruppe soll nach Abschluss der ersten Testung im Mai 2026 insgesamt 1.000 Probanden ab 18 Jahren aus der allgemeinen Bevölkerung Tirols umfassen. Das Hauptziel der Studie ist es die Kreislaufgesundheit der Teilnehmer zu erheben und ggfs. zu verbessern. Darüber hinaus wird mit einfachen Tests, welche potentiell für ein Hörscreening geeigneten wären, versucht den Hörstatus aller Teilnehmer:Innen zu erheben. Eines der Ziele wäre die Machbarkeit eines Hörscreenings in der allgemeinen Bevölkerung im Rahmen einer Gesundenuntersuchung zu testen und die dabei verwendete Testbatterie zu verifizieren.

Methoden: Das Konzept für ein Hörscreening in dieser Studie umfasst zwei Hörtests: den Ziffern-Tripel-Test (TDT, deutsche Version) und die Messung Distorsionsprodukt-Otoakustischer-Emissionen (DPOAE). Letztere werden bei beiden Ohren gemessen und zur Abschätzung der Hörschwellen bei vier audiometrischen Frequenzen verwendet: 1.500, 2.000, 4.000, 6.000 Hz. Der Ziffern-Tripel-Test wird für vier Bedingungen durchgeführt: links, rechts, beidohrig und beidohrig bei antiphasischer Darbietung des Signals.

Ergebnisse: Mittlerweile wurde knapp die Hälfte der Studiengruppe getestet. In eine vorläufige Auswertung konnten bis Dezember 2025 ca. 400 Probanden eingeschlossen werden. Die Altersverteilung in diesem Teil der Studiengruppe war 40 Jahre und älter. Ein Hörverlust von mindestens 35 dB HL wurde als auffällige Hörstörung definiert (disabling hearing loss). Die Einschätzung einer auffälligen Hörstörung wurde aufgrund der geschätzten DPOAE Hörschwellen beurteilt. Dabei zeigte sich bei ca. 30 Teilnehmer:Innen eine einseitige Hörstörung, bei ca. 40 Teilnehmer:Innen wurde ein auffälliger Hörverlust bei beiden Ohren festgestellt. Alle anderen Teilnehmer:Innen zeigten normales Gehör. Im Ziffern-Tripel-Test erreichte die normalhörende Gruppe eine Sprachverständlichkeitsschwelle (SRT) von ca. -8 dB SNR bei unilateraler Testung und ca. -9 dB SNR bei bilateraler Testung. Jene Gruppe welche eine einseitige auffällige Hörstörungen aufwies erreichte einen SRT um 7 dB SNR auf dem betroffenen Ohr und -8 dB SNR bei bilateraler Darbietung. In der Gruppe mit auffälligen Hörschwellen beidseits reduzierte sich der SRT auf 5 – 6 dB SNR bei unilateraler Darbietung und -7 dB SNR bei bilateraler Darbietung. Die Bedingung „bilateral antiphasische Darbietung" konnte noch nicht ausgewertet werden.

Schlussfolgerung: Die vorgestellte Hörscreeningmethode, welche DPOAE Messungen, den TDT und Fragebögen beinhaltet, ist vor allem leicht und schnell durchzuführen wie die Praxis der Studie zeigt. Ein Rückschluss auf Hörstörungen scheint mit den gewonnenen Daten möglich. Die subjektiven mittels hörbezogenen Fragebögen erhobenen Einschätzungen der Probanden, konnten noch nicht in die Auswertung miteinbezogen werden.