27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen
27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen
Untersuchung von altersbedingter Schwerhörigkeit in der Primaten-Cochlea
Text
Altersbedingte Schwerhörigkeit ist die häufigste Form der Schallempfindungsschwerhörigkeit die nach heutigem Forschungsstand hauptsächlich mit der Synaptopathie von Bandsynapsen, dem Verlust von inneren und äußeren Haarzellen (IHZ, OHZ) und von Spiralganglionneuronen (SGN) zusammenhängt.
Wir verwenden Weißbüschelaffen, einen Primaten mit gut entwickelter Vokalisation im Alter von 1 bis 15 Jahren, um die synaptischen und zellulären Veränderungen am nicht-menschliches Primatenmodell zu untersuchen. Dafür verwenden wir eine multimodale Bildgebungsstrategie.
Erstens präparieren wir das gesamten Corti Organs mit Immunhistochemie und konfokaler Mikroskopie. Wir färben mit Antikörpern gegen (1) C-terminales Bindungsprotein 2 zur Markierung von Bandsynapsen und Zellkernen, (2) Myosin 6 zur Markierung von IHZ und OHZ, (2) Parvalbumin zur Markierung von IHZ und SGN und geeigneten sekundären fluoreszierenden Antikörpern. Dies ermöglicht uns, die Bandsynapsen pro IHZ und die Anzahl der IHZ und OHZ entlang der tonotopischen Achse zu zählen.
Zweitens kombinieren wir Immunhistochemie, Gewebe-Clearing und Light Sheet Mikroskopie, um SGN entlang des gesamten Ganglions zu zählen.
Schließlich verwenden wir die Mikrofokus-Röntgentomographie mit Phasenkontrastrekonstruktion um SGN abzubilden und zu zählen.
Diese Techniken geben ein Gesamtbild der Cochlea und ermöglichen uns, alle Zellen mit einem halbautomatischen Zählprogramm zu zählen.
Wir möchten das Wissen über Altersbedingte Schwerhörigkeit mit einem menschenähnlicheren Modell erweitern und traditionelle Methoden durch neuartige ergänzen, mit denen wir die Cochlea untersuchen können, ohne die Integrität des Gewebes zu beeinträchtigen. Dies bildet die Grundlage für weitere Forschungen zu diesem Thema.



