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59. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) e.V.
01.-03.10.2025
Hannover

Meeting Abstract

Die Allgemeinmedizin als Schnittstelle für Stakeholderbeteiligung bei Digitalisierungsprozessen im Gesundheitswesen am Beispiel des Post-COVID Datenmodells

Christian Kretzschmann - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Andreas Polanc - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Martin Williamson - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Medizinische Fakultät, Institut für Allgemeinmedizin, Kiel, Deutschland
Roland Koch - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Christian Thies - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
Patrick Schmutz - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
Philip Storz - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
Selcan Behiye Ulas - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
Arthur Krauß - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
Michaela Hardt - Universitätsklinikum Tübingen, Department für Informationstechnologie und Angewandte Medizininformatik, Medizinisches Datenintegrationszentrum (meDIC), Tübingen, Deutschland
Benjamin Sailer - Universitätsklinikum Tübingen, Department für Informationstechnologie und Angewandte Medizininformatik, Medizinisches Datenintegrationszentrum (meDIC), Tübingen, Deutschland
Marc Mausch - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät, Zentrum für innovative Versorgung (ZIV) und Forschungsgruppe für Methoden der Medizininformatik, Tübingen, Deutschland
Naina Gupta - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät, Zentrum für innovative Versorgung (ZIV) und Forschungsgruppe für Methoden der Medizininformatik, Tübingen, Deutschland
Markus Wallner - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät, Zentrum für innovative Versorgung (ZIV) und Forschungsgruppe für Methoden der Medizininformatik, Tübingen, Deutschland
Christian Dinger - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät, Zentrum für innovative Versorgung (ZIV) und Forschungsgruppe für Methoden der Medizininformatik, Tübingen, Deutschland
Ildikó Gágyor - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Durch die bisher nicht ausgeschöpften Möglichkeiten im Bereich der Nutzung von Gesundheitsdaten hat die Bundesregierung 2022 die Gründung eines Dateninstitutes veranlasst, um die Datenverfügbarkeit und -standardisierung sektorenübergreifend zu verbessern. Das Dateninstitut soll als zentrale Anlaufstelle für verschiedene Stakeholder dienen. Dafür wurde u.a. die Challenge „Post-COVID-Datenmodell“ in Auftrag gegeben. Ein Datenmodell beschreibt die Art und Weise wie Daten gespeichert, abgerufen und bearbeitet werden.

Zielsetzung/Fragestellung: Im Rahmen des agilen und bedarfsorientierten Prozesses zur Entwicklung des Datenmodells waren (1) die Identifikation potentieller Stakeholdergruppen sowie (2) deren Beteiligung an der Entwicklung des Datenmodells Ziele der Challenge.

Material und Methoden: Unter Führung der Deutschen Stiftung für Allgemeinmedizin und Familienmedizin waren im interprofessionellen Konsortium auch drei Institute für Allgemeinmedizin (IfA) mit Expertise in der Post-COVID Forschung an der Challenge beteiligt. Für die Identifikation der Stakeholder wurde eine Stakeholderanalyse durchgeführt. Für das weiterführende kontinuierliche Stakeholder-Management wurde zudem eine Zweck- und Zieldefinition für die Partizipation an der Entwicklung und Umsetzung des Datenmodells vorgenommen. Dabei wurde auf etablierter Beteiligungsformate der IfA zurückgegriffen.

Ergebnisse: Im Rahmen der Analyse wurden 228 Stakeholder identifiziert und anschließend in 11 Stakeholder und Betroffenengruppen geclustert. Dazu zählten Selbst- und Indirekt Betroffene, Interessierte Öffentlichkeit, Forschung, Leistungserbringer, Kostenträger, ÖGD, Wirtschaft, Verwaltung/Behörden sowie Fach- und Interessenvertretungen. Als Ziele der Einbeziehung wurden das Einbringen von unterschiedlichen Perspektiven sowie die Prüfung der Nutzerfreundlichkeit genannt. Grenzen wurden u.a. bei der technischen Umsetzung gesehen.

Diskussion: Die Beteiligung verschiedenster Stakeholder sowie das Stakeholder-Management sind für die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsprozessen unabdingbar. Dabei gilt es, etablierte Strukturen zu nutzen und die Projektbeteiligten bereits frühzeitig zielführend in die Prozesse einzubeziehen.

Take Home Message für die Praxis: Die IfA fungieren als interdisziplinäre und interprofessionelle Schnittstelle, die mit vielen Stakeholdern vernetzt sind. Durch die bereits etablierten Formate zur Einbindung verschiedener Stakeholder können sie als zentrales Bindeglied fungieren und die Digitalisierungsprozesse im Gesundheitswesen aktiv vorantreiben.