Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Verminderte Hornhautsensibilität und subbasale Nervenfaserdichte bei Patient:innen mit Aderhautmelanom nach Protonenbestrahlung.
2Karlsruhe – HSAnalysis GmbH
3Berlin – Helmholtz Zentrum Berlin – Abteilung für Protonentherapie
Text
Fragestellung: Untersuchung der Veränderungen der Hornhautsensibilität und des subbasalen Nervenplexus (SNP) bei Patient:innen mit Aderhautmelanom vor, sowie 3 und 12 Monate nach einer Protonenbestrahlung.
Methodiken: In dieser prospektiven klinischen Studie wurden 54 Augen von 54 Patient:innen, die aufgrund eines Aderhautmelanoms eine Protonenbestrahlung am Helmholtz-Zentrum Berlin erhielten, untersucht. Bestrahlt wurde der Tumor mit 4 Fraktionen a 15 Gy (RBE=1,1). Vor und nach der Bestrahlung erfolgte die Analyse des SNP mittels kornealer konfokaler Mikroskopie (HRT III + Cornea Rostock Module) sowie die Bestimmung der Hornhautsensibilität mittels Cochet-Bonnet-Ästhesiometer. Pro Auge wurden jeweils 5 Bilder hinsichtlich der Nervenfaserdichte (CNFD), der Abzweigungsdichte (CNBD) und der Nervenfaserlänge (CNFL) mittels manueller Auswertung (CCMetrics) analysiert. Zusätzlich erfolgte die Erfassung von Symptomen des Trockenen Auges mittels des OSDI-Scores.
Ergebnisse: Die Untersuchungen des SNP zeigten 3 Monate nach Protonenbestrahlung eine teilweise signifikante Abnahme der CNFD sowie der CNFL. Die Werte korrelierten signifikant mit der bestrahlten Hornhautfläche (AIC) und dem Tumorvolumen (p<0.05***) und zeigten nach 12 Monaten eine Erholung, ohne die präinterventionellen Werte zu erreichen. Die Hornhautsensibilität nahm nach der Bestrahlung ab, zeigte jedoch nach 12 Monaten eine fast vollständige Erholung. Der OSDI-Score zeigte im Verlauf eine Zunahme.
Schlussfolgerung: Nach einer Protonenbestrahlung kommt es bei Patient:innen mit Aderhautmelanom zunächst korrelierend zur bestrahlten Hornhautfläche zu einer signifikanten Reduktion des SNP analog zur Hornhautsensibilität, die sich nach 12 Monaten besserte. Auch nehmen die Symptome eines trockenen Auges nach 3 Monaten zu, verschlechtern sich nach 12 Monaten jedoch noch weiter. Patient:innen mit einem großen Anteil an bestrahlter Hornhaut sollten daher besonders kritisch bezüglich Zeichen eines trockenen Auges oder einer neurotrophen Keratopathie untersucht werden.



