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    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-26kgg5808</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
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      <Title language="de">Wenn Institutionen bestimmten Gruppen Schutz entziehen: Institutionelle Preisgabe als politische Determinante von Gesundheit</Title>
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          <Affiliation>Universit&#228;t Bielefeld, Fak. f&#252;r Gesundheitswissenschaften, AG 3 &#8211; Epidemiologie &#38; International Public Health, Bielefeld, Deutschland</Affiliation>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <DatePublished>20251030</DatePublished>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingId>M0662</MeetingId>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin</MeetingCorporation>
        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Sozialmedizin und Pr&#228;vention</MeetingCorporation>
        <MeetingCorporation>Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.</MeetingCorporation>
        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Medizinische Soziologie</MeetingCorporation>
        <MeetingName>60. Kongress f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin</MeetingName>
        <MeetingTitle>Gesundheit gestalten</MeetingTitle>
        <MeetingSession>Demokratie(gef&#228;hrdungen) und gesundheitliche Chancengerechtigkeit</MeetingSession>
        <MeetingCity>G&#246;ttingen</MeetingCity>
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          <DateFrom>20260930</DateFrom>
          <DateTo>20261002</DateTo>
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    <ArticleNo>SYM-03-03</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Inhalt:</Mark1> Liberale Demokratien m&#252;ssen sich gegen ein pauschales rechtspopulistisches Narrativ vom &#8222;Staatsversagen&#8220; verteidigen. Aus einzelnen tats&#228;chlichen oder vermeintlichen Problemen wird darin h&#228;ufig das Bild eines Staates abgeleitet, der grunds&#228;tzlich nicht mehr funktioniert und zudem &#8222;die Falschen&#8220; sch&#252;tzt, w&#228;hrend er &#8222;die Eigenen&#8220; im Stich l&#228;sst. Weder diese pauschale Diagnose staatlichen Versagens noch ihre gruppenkonstruierende Zuspitzung lassen sich &#252;berzeugend mit der Gegenerz&#228;hlung eines stets funktionierenden Staates zur&#252;ckweisen. Reale institutionelle Fehlentwicklungen m&#252;ssen benannt werden k&#246;nnen, ohne daraus eine Delegitimierung demokratischer Institutionen insgesamt abzuleiten.</Pgraph><Pgraph>Hier setzt das Konzept der institutionellen Preisgabe an. Auch institutionelle Preisgabe ist gruppenbezogen, bestimmt die betroffene Gruppe jedoch nicht &#252;ber undifferenzierte Zugeh&#246;rigkeitszuschreibungen, sondern anhand &#252;berpr&#252;fbarer Kriterien: Welche Gruppe hat gegen&#252;ber dem Staat einen begr&#252;ndeten Schutzanspruch, worin besteht das Schutzdefizit, und durch welchen Mechanismus entsteht es&#63; Institutionelle Preisgabe bezeichnet einen relationalen Prozess, in dem der Staat als Verpflichtungstr&#228;ger eine bestimmbare Gruppe unzureichend sch&#252;tzt, obwohl Zust&#228;ndigkeit, Bindung, Abh&#228;ngigkeit oder Kontrolle fortbestehen und das Schutzdefizit bekannt ist oder bewusst in Kauf genommen wird. Der Staat muss dabei nicht als einheitlicher Akteur handeln; die Preisgabe entsteht an konkreten Stellen und durch bestimmte Mechanismen innerhalb staatlicher Strukturen, etwa in Gesetzen, politischen Entscheidungen, Verwaltungsroutinen oder autorisierten Praktiken.</Pgraph><Pgraph>Anhand des britischen Windrush-Skandals, des eingeschr&#228;nkten Versorgungsanspruchs von Asylsuchenden in Deutschland und der Folgen der Erdgasf&#246;rderung im niederl&#228;ndischen Groningen diskutiere ich unterschiedliche Auspr&#228;gungen institutioneller Preisgabe. Gesundheitlich wirksam wird sie durch physische Gef&#228;hrdungen, Versorgungsbarrieren, materielle Nachteile, administrative Belastungen, Entwertung und begr&#252;ndetes Misstrauen. Sie kann damit gesundheitliche Ungleichheit politisch erzeugen oder verst&#228;rken.</Pgraph><Pgraph>Der Begriff &#8222;institutionelle Preisgabe&#8220; erm&#246;glicht so eine kritische Verteidigung liberal-demokratischer Institutionen: Er widerspricht der pauschalen Diagnose eines dysfunktionalen Staates, ohne selektive Schutzdefizite zu verharmlosen. Die demokratische Antwort ist nicht institutioneller Abbau, sondern institutionelle Reparatur: Schutzpflichten wieder erf&#252;llen, Verantwortlichkeit herstellen und betroffene Gruppen an Korrekturen beteiligen. Zivilgesellschaftliche Initiativen k&#246;nnen Missst&#228;nde dokumentieren, Erfahrungswissen b&#252;ndeln und Reformen einfordern, nicht aber staatliche Verantwortung ersetzen.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Interessenkonflikte:</Mark1> Keine</Pgraph></TextBlock>
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