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    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-26dgpp442</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Vortrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Kontextabh&#228;ngige Wortsegmentierung bei monolingual deutschlernenden S&#228;uglingen: Eine EEG-Studie zur sprach&#252;bergreifenden Verarbeitung von Deutsch und Franz&#246;sisch</Title>
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          <AcademicTitle>Dr.</AcademicTitle>
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        <Address>Universit&#228;t Potsdam, Department Linguistik, Karl-Liebknecht-Str. 24&#47;25, 14476 Potsdam, Deutschland<Affiliation>Universit&#228;t Potsdam, Department Linguistik, Potsdam, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>annika.unger&#64;uni-potsdam.de</Email>
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          <Affiliation>Universit&#228;t Potsdam, Department Linguistik, Potsdam, Deutschland</Affiliation>
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          <Affiliation>Charit&#233; &#8211; Universit&#228;tsmedizin Berlin, Klinik f&#252;r Audiologie und Phoniatrie, Berlin, Deutschland</Affiliation>
          <Affiliation>Max-Planck-Institut f&#252;r Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig, Deutschland</Affiliation>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <DatePublished>20260826</DatePublished>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingId>M0654</MeetingId>
        <MeetingSequence>44</MeetingSequence>
        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie</MeetingCorporation>
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        <MeetingTitle>42. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie (DGPP)</MeetingTitle>
        <MeetingSession>Sprechen und Sprache (inkl. Sprachentwicklungsst&#246;rungen): Forschung und Fr&#252;herkennung</MeetingSession>
        <MeetingCity>Starnberg</MeetingCity>
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          <DateFrom>20260916</DateFrom>
          <DateTo>20260919</DateTo>
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    <ArticleNo>V45</ArticleNo>
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  <OrigData>
    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph><Mark1>Hintergrund:</Mark1> Das Erkennen von W&#246;rtern im Sprachstrom ist ein zentraler Spracherwerbsschritt im ersten Lebensjahr. S&#228;uglinge nutzen hierf&#252;r Hinweise im Sprachinput, wie statistische H&#228;ufigkeiten und prosodische Betonungsmuster. Aufgrund der prosodischen Eigenschaften des Deutschen verwenden deutschlernende S&#228;uglinge vor allem Wortbetonungen als Hinweise auf Wortgrenzen, w&#228;hrend die Segmentierung im Franz&#246;sischen st&#228;rker auf statistischen Informationen basiert, da eindeutige prosodische Hinweise auf Wortgrenzen fehlen. Bisher ist unerforscht, inwieweit monolinguale S&#228;uglinge ihre muttersprachlich gepr&#228;gten Segmentierungsstrategien flexibel an prosodisch abweichende Fremdsprachen anpassen k&#246;nnen. Die vorliegende Studie untersucht daher die sprach&#252;bergreifende Wortsegmentierung bei monolingual deutschlernenden S&#228;uglingen in ihrer Muttersprache und der Fremdsprache Franz&#246;sisch. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Material und Methode:</Mark1> In einer EEG-Studie wurden 40 monolingual deutschlernende S&#228;uglinge im Alter von 9 Monaten in einem Familiarisierung-Test-Paradigma untersucht. F&#252;r beide Sprachen (Reihenfolge kontrolliert) wurden Textpassagen mit Zielw&#246;rtern pr&#228;sentiert, gefolgt von einer Testphase mit zuvor geh&#246;rten und neuen W&#246;rtern. Im EEG wurde ein Familiarit&#228;tseffekt (frontozentral, 200&#8211;500 ms nach Wortbeginn) als Beleg einer vorherigen Wortsegmentierung gepr&#252;ft, definiert als st&#228;rkere Negativierung f&#252;r familiarisierte gegen&#252;ber nicht familiarisierten W&#246;rtern.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> F&#252;r beide Sprachen zeigte sich ein signifikanter Familiarit&#228;tseffekt. Dieser war jedoch abh&#228;ngig von der Pr&#228;sentationsreihenfolge: Wurde Franz&#246;sisch zuerst pr&#228;sentiert, trat der Effekt f&#252;r beide Sprachen auf; wurde hingegen Deutsch zuerst pr&#228;sentiert, zeigte sich nur ein Effekt f&#252;r Deutsch, aber nicht f&#252;r Franz&#246;sisch. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung:</Mark1> Die Ergebnisse zeigen, dass monolingual deutschlernende S&#228;uglinge ihre Segmentierungsstrategien sprach&#252;bergreifend flexibel einsetzen und W&#246;rter auch in einer prosodisch von ihrer Muttersprache abweichenden Fremdsprache segmentieren. Diese Flexibilit&#228;t scheint jedoch durch muttersprachliche Erfahrung und den unmittelbaren Verarbeitungskontext moduliert zu werden. Die Befunde verdeutlichen die dynamische Natur fr&#252;hkindlicher Sprachverarbeitung und die Rolle sprachspezifischer Erfahrungen in der Verarbeitung unbekannter Sprachen.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><SubHeadline>Hintergrund</SubHeadline><Pgraph>Das Erkennen von W&#246;rtern im Sprachstrom (Wortsegmentierung) stellt eine zentrale Voraussetzung f&#252;r den fr&#252;hen Wortschatzerwerb dar. Bereits im ersten Lebensjahr beginnen S&#228;uglinge, wiederkehrende Wortformen aus dem Sprachstrom zu extrahieren und nutzen hierf&#252;r verschiedene Hinweisreize im Sprachinput <TextLink reference="1"></TextLink>, <TextLink reference="2"></TextLink>. Hierzu z&#228;hlen insbesondere prosodische Betonungsmuster und statistische Regelm&#228;&#223;igkeiten zwischen aufeinanderfolgenden Silben <TextLink reference="2"></TextLink>, <TextLink reference="3"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Welche Hinweisreize zur Wortsegmentierung herangezogen werden, h&#228;ngt wesentlich von den Eigenschaften der jeweiligen Sprache ab. Im Deutschen liefern regelm&#228;&#223;ige Wortbetonungen zuverl&#228;ssige Hinweise auf Wortgrenzen, so dass deutschlernende S&#228;uglinge &#252;berwiegend prosodische Informationen zur Wortsegmentierung nutzen <TextLink reference="4"></TextLink>, <TextLink reference="5"></TextLink>. Im Franz&#246;sischen fehlen dagegen eindeutige prosodische Hinweise auf Wortgrenzen, sodass S&#228;uglinge sich bei der Wortsegmentierung vor allem auf statistische Informationen zwischen benachbarten Silben st&#252;tzen <TextLink reference="6"></TextLink>. Bisher ist jedoch unerforscht, inwieweit monolinguale S&#228;uglinge ihre muttersprachlich gepr&#228;gten Segmentierungsstrategien flexibel an prosodisch abweichende Fremdsprachen anpassen k&#246;nnen. Die vorliegende Studie untersucht daher die sprach&#252;bergreifende Wortsegmentierung bei monolingual deutschlernenden S&#228;uglingen in ihrer Muttersprache und der Fremdsprache Franz&#246;sisch.</Pgraph><SubHeadline>Material und Methoden</SubHeadline><Pgraph>In einer EEG-Studie wurden 40 monolingual deutschlernende S&#228;uglinge im Alter von 9 Monaten in einem Familiarisierung-Test-Paradigma in der Muttersprache Deutsch und der prosodisch kontrastierenden Fremdsprache Franz&#246;sisch untersucht. Die Reihenfolge der Sprachpr&#228;sentation (Deutsch-Franz&#246;sisch bzw. Franz&#246;sisch-Deutsch) wurde zwischen den Teilnehmenden ausbalanciert.</Pgraph><Pgraph>F&#252;r beide Sprachen wurden zun&#228;chst Textpassagen pr&#228;sentiert, in denen zweisilbige Zielw&#246;rter wiederholt in mehreren S&#228;tzen vorkamen. Anschlie&#223;end folgte eine Testphase mit einzeln pr&#228;sentierten zuvor geh&#246;rten (familiarisierten) und neuen W&#246;rtern. Zur &#220;berpr&#252;fung einer erfolgreichen Wortsegmentierung wurden ereigniskorrelierte Potenziale (EKPs) in einem Zeitfenster von 200&#8211;500 ms nach Wortbeginn ausgewertet. Ein Familiarit&#228;tseffekt, definiert als st&#228;rkere Negativierung der EKPs f&#252;r familiarisierte gegen&#252;ber nicht familiarisierten W&#246;rtern, wurde als Hinweis auf eine erfolgreiche Wortsegmentierung interpretiert. Die statistische Auswertung erfolgte mittels linearer gemischter Modelle.</Pgraph><SubHeadline>Ergebnisse</SubHeadline><Pgraph>F&#252;r beide Sprachen zeigte sich ein signifikanter Familiarit&#228;tseffekt (<Mark2>p</Mark2> &#60; 0,001) in Form einer st&#228;rkeren fronto-zentralen Negativierung f&#252;r familiarisierte gegen&#252;ber nicht familiarisierten W&#246;rtern. Dieser Effekt wurde jedoch durch die Pr&#228;sentationsreihenfolge der Sprachen moduliert (<Mark2>p</Mark2> &#61; 0,002): Wurde Franz&#246;sisch zuerst pr&#228;sentiert, trat der Effekt f&#252;r beide Sprachen auf. Wurde hingegen Deutsch zuerst pr&#228;sentiert, zeigte sich der Effekt ausschlie&#223;lich f&#252;r die deutschen Stimuli (<Mark2>p</Mark2> &#60; 0,001), nicht jedoch f&#252;r die anschlie&#223;end pr&#228;sentierten franz&#246;sischen Stimuli (<Mark2>p</Mark2> &#61; 0,444).</Pgraph><SubHeadline>Diskussion und Fazit</SubHeadline><Pgraph>Die Ergebnisse zeigen, dass monolingual deutschlernende S&#228;uglinge W&#246;rter nicht nur in ihrer Muttersprache, sondern auch in einer prosodisch abweichenden Fremdsprache segmentieren k&#246;nnen. Dies spricht f&#252;r einen sprach&#252;bergreifend flexiblen Einsatz ihrer Segmentierungsstrategien und legt nahe, dass deutschlernende S&#228;uglinge neben prosodischen auch statistische Hinweisreize zur Wortsegmentierung nutzen k&#246;nnen.</Pgraph><Pgraph>Gleichzeitig verdeutlicht der Einfluss der Pr&#228;sentationsreihenfolge, dass diese Flexibilit&#228;t nicht uneingeschr&#228;nkt gegeben ist. Erfolgte die Verarbeitung des Deutschen vor dem Franz&#246;sischen, blieb ein Familiarit&#228;tseffekt f&#252;r die franz&#246;sischen Stimuli aus. Eine m&#246;gliche Erkl&#228;rung f&#252;r dieses asymmetrische Befundmuster ist, dass die zuvor etablierte Verarbeitungsstrategie die Segmentierung der nachfolgenden Sprache beeinflusste. In der vorliegenden Studie k&#246;nnte eine auf statistischen Hinweisreizen beruhende Segmentierungsstrategie sowohl das Franz&#246;sische als auch das nachfolgende Deutsche unterst&#252;tzt haben, w&#228;hrend eine zun&#228;chst aktivierte prosodische Segmentierungsstrategie zwar f&#252;r das Deutsche, nicht jedoch f&#252;r das Franz&#246;sische geeignet gewesen sein k&#246;nnte. Die Gewichtung unterschiedlicher Segmentierungshinweise scheint demnach nicht ausschlie&#223;lich von den Eigenschaften des sprachlichen Inputs abzuh&#228;ngen, sondern auch durch muttersprachliche Erfahrung und den unmittelbar vorausgehenden Verarbeitungskontext beeinflusst zu werden. </Pgraph><Pgraph>Die Befunde erweitern bisherige Erkenntnisse zur sprach&#252;bergreifenden Wortsegmentierung und verdeutlichen die dynamische Natur fr&#252;hkindlicher Sprachverarbeitung, bei der sowohl die muttersprachliche Erfahrung als auch der unmittelbare Verarbeitungskontext die Nutzung verf&#252;gbarer Segmentierungshinweise beeinflussen.</Pgraph></TextBlock>
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        <RefTotal>Jusczyk PW, Aslin RN. Infants&#39; detection of the sound patterns of words in fluent speech. Cogn Psychol. 1995 Aug;29(1):1-23. DOI: 10.1006&#47;cogp.1995.1010</RefTotal>
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        <RefTotal>Jusczyk PW, Houston DM, Newsome M. The beginnings of word segmentation in english-learning infants. Cogn Psychol. 1999 Nov-Dec;39(3-4):159-207. DOI: 10.1006&#47;cogp.1999.0716</RefTotal>
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        <RefTotal>Thiessen ED, Saffran JR. When cues collide: use of stress and statistical cues to word boundaries by 7- to 9-month-old infants. Dev Psychol. 2003 Jul;39(4):706-16. DOI: 10.1037&#47;0012-1649.39.4.706</RefTotal>
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