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      <Title language="de">Tas2R38 in urethralen Tuft-Zellen bei rezidivierenden Harnwegsinfekten und Epididymitis</Title>
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      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingSession>Sitzung 14: Hot Topics und Updates</MeetingSession>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Einleitung: </Mark1>Ziel unserer Studie war es herauszufinden, ob die F&#228;higkeit, den Bitterstoff Phenylthiocarbamid (PTC) zu schmecken, mit dem Risiko einer Infektion der ableitenden Harnwege bzw. der Nebenhoden assoziiert ist. Urethrale Tuft-Zellen (UTC) sind in der Lage, Bitterstoffe wahrzunehmen und daraufhin Abwehrmechanismen einzuleiten. PTC ist ein k&#252;nstliches Derivat von Thiourea, einem Bitterstoff, der von uropathogenen Bakterien abgesondert wird. Es gibt Menschen, die PTC nicht wahrnehmen k&#246;nnen. Folgerichtig k&#246;nnte dies die protektiven Eigenschaften der UTC vermindern und das Risiko einer Infektion erh&#246;hen. Die F&#228;higkeit, PTC wahrzunehmen, ist mit einem Einzelnukleotid-Genpolymorphismus (SNP) des Geschmacksrezeptors Tas2R38 assoziiert. Die SNPs verursachen jeweils drei Aminos&#228;urever&#228;nderungen: P49A, A292V und V296I. Diese drei Varianten haben die Tendenz, zusammen vererbt zu werden: entweder in der Variante PAV oder AVI. Der PAV-Haplotyp kann PTC schmecken, der AVI-Haplotyp nicht. Personen mit dem homozygoten PAV&#47;PAV-Genotyp gelten als &#8222;Super-Schmecker&#8220;, diejenigen mit dem heterozygoten PAV&#47;AVI-Genotyp als &#8222;Schmecker&#8220; und die mit dem homozygoten AVI&#47;AVI-Genotyp als &#8222;Nicht-Schmeckern&#8220;.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Methode: </Mark1>In einer Fall-Kontroll-Studie mit 130 weiblichen Probandinnen wurde der Risikofaktor &#8222;F&#228;higkeit, PTC wahrzunehmen&#8220; auf die Erkrankung rezidivierender HWI untersucht. Zudem wurden in einer zweiten Studie Blutproben von 100 m&#228;nnlichen Probanden mit und ohne Epididymitis untersucht und eine PCR zur Bestimmung des Genotyps bez&#252;glich des Schmecker-Status angewandt. Zudem wurde die Expression von Tas2R38 in menschlichem urethralem Gewebe mittels Immunhistochemie untersucht und eine m&#246;gliche Kolokalisation mit UTC er&#246;rtert. Des Weiteren wurde mittels Calcium-Imaging an isolierten UTC aus UTC-Reporterm&#228;usen (ChAT-eGFP-M&#228;usen) die Reaktion von UTC auf PTU und PTC untersucht und die Expressionsmuster relevanter Faktoren in UTC wurden mit Hilfe von Next-Generation-Sequencing und RT-PCR bestimmt.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse: </Mark1>Die Fall-Kontroll-Studie an HWI-Probandinnen ergab, dass sich signifikant mehr Nicht-Schmecker in der Gruppe mit rez. HWI befanden. Nicht-Schmecker haben demnach ein 2,36-fach h&#246;heres Risiko, an rez. HWI zu erkranken. In der Studie mit Epididymitis-Patienten zeigte sich kein Unterschied zwischen Schmeckern und Nicht-Schmeckern zwischen den Patienten mit Epididymitis und in der Kontrollgruppe. Allerdings gab es signifikant mehr Super-Schmecker in der Kontrollgruppe (p &#61; 0,0167). Super-Schmecker erkranken &#252;ber 4-fach seltener an Epididymitis.</Pgraph><Pgraph>Die Tas2R38-Expression wurde entlang des aufsteigenden Infektionsweges (Urethra und Ductus deferens) untersucht. Die Immunfluoreszenz zeigte eine Tas2R38-Expression in den selten vorkommenden UTC. Im Tiermodell zeigte sich in der RT-PCR eine Expression verschiedener Bittergeschmacksrezeptoren, einschlie&#223;lich jener, die f&#252;r die Erkennung von PTU und PTC verantwortlich sind. Die Next-Generation-Sequenzierung von sechs UTC der Maus zeigte eine Expression der Rezeptoren. In Calcium-Imaging-Experimenten wurden isolierte UTC mit PTC und PTU stimuliert. Die UTC zeigten eine signifikante Erh&#246;hung der intrazellul&#228;ren Calciumkonzentration in Anwesenheit von PTC und PTU.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung: </Mark1>UTC k&#246;nnten insbesondere f&#252;r die Abwehr von Infektionserregern in der Harnr&#246;hre und angrenzenden Geweben relevant sein. Die F&#228;higkeit, PTC wahrnehmen zu k&#246;nnen, bedingt ein geringeres Risiko, an rez. HWI oder Epididymitis zu erkranken. Da bekannt ist, dass UTC mit dem Rezeptor Tas2R38 an der F&#228;higkeit beteiligt sind, Bitterstoffe wie PTC wahrzunehmen, untermauert dies die Annahme, dass UTC einen sch&#252;tzenden Effekt im Urogenitaltrakt haben und als W&#228;chterzellen fungieren. Unklar ist bislang, ob dies durch UTC verursacht wird oder ob andere Zellen der Immunantwort an diesem Effekt beteiligt sind.</Pgraph></TextBlock>
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