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    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
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      <Title language="de">Interprofessionelle Lehre im Medizinstudium &#8211; habituelle Dispositionen und sozialisierende Einflussfaktoren bei Medizinstudierenden</Title>
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          <Affiliation>Universit&#228;t Witten&#47;Herdecke, Fakult&#228;t f&#252;r Gesundheit, Lehrstuhl f&#252;r Soziologie, Witten, Deutschland</Affiliation>
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      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingName>Jahrestagung der Gesellschaft f&#252;r Medizinische Ausbildung (GMA)</MeetingName>
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        <MeetingSession>P-11 Interprofessionelle Lehre 2</MeetingSession>
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    <ArticleNo>P-11-02</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Fragestellung&#47;Zielsetzung: </Mark1>Angesichts der immensen Herausforderungen des demographischen Wandels w&#228;chst die Bedeutung eines medizinischen Handelns, das auf interprofessionelle Zusammenarbeit hin ausgerichtet ist. Dazu sollen die, an der Versorgung beteiligten Professionen vermittels einer interprofessionellen Lehre (Interprofessional Education (IPE)) zur Teamarbeit bef&#228;higt werden <TextLink reference="1"></TextLink>. Ziele von IPE sind die Verbesserung der Patientenversorgung durch Synergieeffekte sowie ein Wandel der Medizinkultur, der Machtstrukturen zwischen den Berufen &#252;berwindet <TextLink reference="2"></TextLink>. Dabei k&#246;nnen sich beruflich erworbene Machtpositionen als Habitus in den Einstellungen der Akteure widerspiegeln. Habitus sind unbewusste, durch Sozialisation erworbene und verinnerlichte Handlungsorientierungen <TextLink reference="3"></TextLink>. Die Habitusbildung im Rahmen von IPE ist bislang wenig erforscht. Daher untersucht die von der Internen Forschungsf&#246;rderung (Universit&#228;t Witten&#47; Herdecke) gef&#246;rderte Studie &#8222;Habitus in der IPE&#8220; Handlungsorientierungen und einflussnehmende Sozialisationsfaktoren bei Medizinstudierenden mit IPE-Erfahrung.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Methoden: </Mark1>Die Habitus von Medizinstudierenden werden entlang fallvergleichender Analysen von vier Gruppendiskussionen (&#224; 3-4 Personen) zu Erfahrungen in interprofessioneller Lehre und Zusammenarbeit &#8211; trianguliert mit biographischen Interviews &#8211; rekonstruiert. Das qualitative Interpretationsverfahren der Dokumentarischen Methode gilt in der Bildungs- und Habitusforschung als erprobt. Dabei wird vertiefend nach dem sozialisierenden Einfluss von Prim&#228;rqualifikationen (PQ) bei Medizinstudierenden mit abgeschlossener&#47;em Berufsausbildung&#47; Studium zumeist in Pflege- und Therapieberufen im Vergleich zu Medizinstudierenden ohne PQ geforscht.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse: </Mark1>Bei Medizinstudierenden ohne PQ zeigt sich ein gespr&#228;chsorientierter, lernender kollektiver Habitus: Dieser versteht die &#228;rztliche Profession als &#252;ber die interprofessionelle Visite in eine gemeinsame Zielsetzung integriert. Demgegen&#252;ber zeigt sich bei Medizinstudierenden mit PQ ein strukturorientierter, expertokratischer kollektiver Habitus, der die &#228;rztliche Profession durch ein Casemanagement von der interprofessionellen Probleml&#246;sung ausgrenzt und in klassischer Weise &#252;bergeordnet positioniert<Mark2>. </Mark2>Als professionssozialisierende Faktoren wirken daher u.a. mutma&#223;lich Erfahrungen aus dem klinischen Berufsalltag, insofern sie bei Medizinstudierenden mit PQ eine fehlende Rollendistanz verbunden mit Rollenkonflikten erkennen lassen.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Diskussion: </Mark1>Damit deutet sich bei Medizinstudierenden mit einer interprofessionellen Berufsbiographie eine klassische, arzt-zentrierte Handlungsorientierung und bei Medizinstudierenden ohne PQ das angestrebte probleml&#246;sungsorientierte, interprofessionelle Teamverst&#228;ndnis an. Dies l&#228;sst die Frage danach diskutieren, wie die habituellen Dispositionen der (hier) Medizinstudierenden mit PQ in bisherigen IPE-Formaten weitergebildet werden k&#246;nnen und ob es der Entwicklung einer speziellen habitussensiblen IPE bedarf.</Pgraph></TextBlock>
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        <RefAuthor>Canadian Interprofessional Health Collaborative</RefAuthor>
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        <RefYear>2024</RefYear>
        <RefBookTitle>CIHC Competency Framework for Advancing Collaboration</RefBookTitle>
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        <RefTotal>Canadian Interprofessional Health Collaborative, editors. CIHC Competency Framework for Advancing Collaboration. Canadian Interprofessional Health Collaborative; 2024. Zug&#228;nglich unter&#47;available from: https:&#47;&#47;www.cihc-cpis.com</RefTotal>
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        <RefAuthor>Ewers M</RefAuthor>
        <RefAuthor>Schaeffer D</RefAuthor>
        <RefTitle>Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten auf holprigen Wegen</RefTitle>
        <RefYear>2019</RefYear>
        <RefBookTitle>Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten</RefBookTitle>
        <RefPage>55-69</RefPage>
        <RefTotal>Ewers M, Schaeffer D. Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten auf holprigen Wegen. In: Ewers M, Paradis E, Herinek D, editors. Interprofessionelles Lernen, Lehren und Arbeiten. Gesundheits- und Sozialprofessionen auf dem Weg zu kooperativer Praxis. Weinheim, Basel: Beltz Juventa; 2019. p.55-69.</RefTotal>
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        <RefYear>2014</RefYear>
        <RefBookTitle>Habitus</RefBookTitle>
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        <RefTotal>Krais B, Gebauer G. Habitus. Bielefeld: Transkript; 2014.</RefTotal>
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