<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1" standalone="no"?>
<!DOCTYPE GmsArticle SYSTEM "http://www.egms.de/dtd/2.0.34/GmsArticle.dtd">
<GmsArticle xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <MetaData>
    <Identifier>25gma136</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/25gma136</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-25gma1366</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Klinisches Argumentieren von Medizinstudierenden in der Rolle der &#8222;Herausgeforderten&#8220;</Title>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>G&#228;rtner</Lastname>
          <LastnameHeading>G&#228;rtner</LastnameHeading>
          <Firstname>Julia</Firstname>
          <Initials>J</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>Universit&#228;tsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum f&#252;r Innere Medizin, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Ausbildungsforschung, Hamburg, Deutschland</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="yes">author</Creatorrole>
      </Creator>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Harendza</Lastname>
          <LastnameHeading>Harendza</LastnameHeading>
          <Firstname>Sigrid</Firstname>
          <Initials>S</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>Universit&#228;tsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum f&#252;r Innere Medizin, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Ausbildungsforschung, Hamburg, Deutschland</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20250908</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <License license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
    </License>
    <SourceGroup>
      <Meeting>
        <MeetingId>M0626</MeetingId>
        <MeetingSequence>136</MeetingSequence>
        <MeetingName>Jahrestagung der Gesellschaft f&#252;r Medizinische Ausbildung (GMA)</MeetingName>
        <MeetingTitle></MeetingTitle>
        <MeetingSession>V-18 Soziale Kompetenz, Simulationspersonen</MeetingSession>
        <MeetingCity>D&#252;sseldorf</MeetingCity>
        <MeetingDate>
          <DateFrom>20250908</DateFrom>
          <DateTo>20250910</DateTo>
        </MeetingDate>
      </Meeting>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>V-18-05</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Zielsetzung: </Mark1>Klinisches Argumentieren ist entscheidend f&#252;r die fachliche Entwicklung von Medizinstudierenden. Es ist wenig dar&#252;ber bekannt, welche Herausforderungen Studierende beim klinischen Denken und Argumentieren erleben. Ziel unserer Studie war es, Aspekte des klinischen Argumentierens und die in studentischen Falldiskussionen ge&#228;u&#223;erten Herausforderungen zu explorieren.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Methoden: </Mark1>Es wurden 46 Transkripte von Fallpr&#228;sentationen fortgeschrittener Medizinstudierender (Semester 8 bis Praktisches Jahr) aus Peer-Falldiskussionen, die im Rahmen der Simulation eines ersten Arbeitstages im Krankenhaus gef&#252;hrt wurden, inhaltanalytisch nach Kuckartz mit MAXQDA ausgewertet. Das klinische Argumentieren der Studierenden wurde deduktiv codiert nach &#8222;<Mark2>confirming evidence</Mark2>&#8220; (C) und &#8222;<Mark2>disconfirming evidence</Mark2>&#8220; (D). In Anlehnung an Goffmans Rollentheorie <TextLink reference="1"></TextLink> wurden die Studierenden in ihrer Rolle als &#8222;Herausgeforderte&#8220; auf der &#8222;B&#252;hne der Fallpr&#228;sentation&#8220; analysiert.  Dazu wurden Selbstaussagen, in denen sie ihr &#8222;Herausgefordertsein&#8220; ihrem &#8222;<Mark2>Peer</Mark2>-Publikum&#8220; darboten, induktiv und in-vivo kodiert, kategorisiert und mittels Code-Relations-Browser im Hinblick auf gemeinsames Vorkommen in den Fallpr&#228;sentationen betrachtet.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse: </Mark1>Es wurde &#252;berwiegend mit &#8222;<Mark2>confirming evidence</Mark2>&#8220; (C) allein oder mit &#8222;<Mark2>disconfirming evidence</Mark2>&#8220; kombiniert (C&#38;D) argumentiert, wobei &#8222;<Mark2>confirming evidence</Mark2>&#8220; diskussions&#252;bergreifend h&#228;ufiger vorkam als &#8222;<Mark2>disconfirming evidence</Mark2>&#8220; (D). Folgende Herausforderungen wurden in Selbstaussagen dargeboten: &#8222;Befinden&#8220; (bspw. &#8222;ich war richtig <Mark2>lost</Mark2>&#8220;), &#8222;Offenbarung&#8220; (bspw. &#8222;ich muss ehrlich sagen&#8220;), &#8222;Voraussetzungen&#8220; (bspw. &#8222;soweit ich das befunden kann&#8220;) und &#8222;Bew&#228;ltigung&#8220; (bspw. &#8222;was ich damit irgendwie gar nicht erkl&#228;ren kann&#8220;). In 9 Transkripten fanden sich keine Selbstaussagen. In C-Argumentationen fanden sich ausschlie&#223;lich Herausforderungen bei &#8222;Voraussetzungen&#8220; oder keine Selbstaussagen. In C&#38;D-Argumentationen dominierten die Kategorien &#8222;Voraussetzungen&#8220; und &#8222;Bew&#228;ltigung&#8220;.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Diskussion: </Mark1>Im Vergleich zur Argumentation mit ausschlie&#223;lich &#8222;<Mark2>confirming evidence</Mark2>&#8220;, in der das Abw&#228;gen auszubleiben scheint, wird im kombinierten Argumentationsstil (&#8222;C&#38;D&#8220;) ein Prozess des intensiven Abw&#228;gens deutlich, der sich auch in der starken Pr&#228;senz von Herausforderungen der Kategorie &#8222;Bew&#228;ltigung&#8220; wiederfindet. Das hierarchielose &#8222;<Mark2>Peer</Mark2>-Publikum&#8220; k&#246;nnte zudem das Auftreten der Kategorie &#8222;Offenbarung&#8220;, also das &#8222;Fallenlassen einer Maske&#8220;, beg&#252;nstigt haben, was auf sonst gegen&#252;ber Lehrpersonen wirksame Tabus in der Offenlegung von Unsicherheit verweist. Die geringe Repr&#228;sentation von &#8222;<Mark2>disconfirming evidence</Mark2>&#8220; l&#228;sst vermuten, dass Medizinstudierende dieses weniger in ihre Argumentation einbeziehen.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Take Home Message: </Mark1>Die Kenntnis &#252;ber erlebte Herausforderungen im Bew&#228;ltigen klinischen Denkens und die geringe Nutzung von &#8222;<Mark2>disconfirming evidence</Mark2>&#8220; beim Argumentieren, k&#246;nnte beim Lehren klinischen Denkens kritisch reflektiert und ber&#252;cksichtig werden.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>Goffman E</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear>2003</RefYear>
        <RefBookTitle>Wir alle spielen Theater</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Goffman E. Wir alle spielen Theater. 2. Aufl. M&#252;nchen: Piper; 2003.</RefTotal>
      </Reference>
    </References>
    <Media>
      <Tables>
        <NoOfTables>0</NoOfTables>
      </Tables>
      <Figures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </Figures>
      <InlineFigures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </InlineFigures>
      <Attachments>
        <NoOfAttachments>0</NoOfAttachments>
      </Attachments>
    </Media>
  </OrigData>
</GmsArticle>