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      <Title language="de">Rheumatologische Camouflage: Eine diagnostische Odyssee von der Sakroiliitis zum neurologischen Finale</Title>
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      <DatePublished>20260909</DatePublished>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Rheumatologie</MeetingCorporation>
        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Orthop&#228;dische Rheumatologie</MeetingCorporation>
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        <MeetingName>54. Kongress der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft f&#252;r Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Orthop&#228;dische Rheumatologie (DGORh)</MeetingName>
        <MeetingTitle>Deutscher Rheumatologiekongress 2026</MeetingTitle>
        <MeetingSession>Der besondere Fall</MeetingSession>
        <MeetingCity>Leipzig</MeetingCity>
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          <DateFrom>20260909</DateFrom>
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    <ArticleNo>FA.22</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Vorgeschichte:</Mark1> Pr&#228;sentiert wird der Fall eines 1982 geborenen Patienten, dessen rheumatologische Krankheitsbiographie im Jahr 2014 begann. Aufgrund einer klinisch f&#252;hrenden symmetrischen Polyarthritis wurde initial die Diagnose einer seronegativen rheumatoiden Arthritis gestellt. Die Basistherapie erfolgte mit Methotrexat, wurde jedoch aufgrund persistierender Aktivit&#228;t ab November 2021 um Tocilizumab erg&#228;nzt. Trotz der intensivierten immunsuppressiven Strategie litt der Patient kontinuierlich unter brennenden Schmerzen und einer ausgepr&#228;gten Morgensteifigkeit. Die Anamnese war zudem durch eine vaskul&#228;re Multimorbidit&#228;t (pAVK und Thrombangiitis obliterans) erschwert.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Leitsymptome bei Krankheitsmanifestation:</Mark1> Im Sommer 2022 eskalierte das Bild dramatisch: Nach Pausieren der Immunsuppression im Rahmen einer SARS-CoV-2-Infektion entwickelte der Patient einen schwerwiegenden systemischen Entz&#252;ndungszustand. Die Klinik mit hohem Fieber, 10 kg Gewichtsverlust, Epididymorchitis und fl&#252;chtigem Exanthem ging laborchemisch mit einem CRP von 250 mg&#47;l und einem Ferritin von 1.120 &#181;g&#47;l einher. Diese Episode wurde prim&#228;r als Still-Erkrankung gewertet und mittels Hochdosis-Glukokortikoiden behandelt.</Pgraph><Pgraph>Im Rahmen der erweiterten Differentialdiagnostik w&#228;hrend dieses Aufenthaltes sicherte eine MRT der Sakroiliakalgelenke eine floride beidseitige Sakroiliitis (s. Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure" />), was  zur Revision der Diagnose auf eine axiale Spondyloarthritis mit peripherer Gelenkbeteiligung f&#252;hrte. Es folgte im Verlauf eine sequentielle Eskalation &#252;ber Adalimumab und Infliximab bis hin zu Bimekizumab, worunter die Wirkung jedoch m&#228;&#223;ig blieb und die Symptome rezidivierten. Der finale Wendepunkt trat im Dezember 2024 mit akuten neurologischen Ausf&#228;llen (Diplopie, divergentes Schielen) ein.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Diagnostik:</Mark1> Erneut erfolgte eine umfangreiche Diagnostik inklusive Endoskopien. W&#228;hrend Standardhistologien (HE&#47;PAS) von D&#252;nndarmbioptaten mehrfach unauff&#228;llig blieben, brachte erst die molekularbiologische PCR-Diagnostik im Anfang Januar 2025 den Durchbruch: Es gelang der Nachweis von Tropheryma-whipplei-DNA im Duodenum. Eine konsekutive Liquorpunktion mit positiver PCR f&#252;r diesen Erreger sicherte die ZNS-Beteiligung im Rahmen eines Mb. Whipple.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Therapie:</Mark1> Die rheumatologische Basistherapie wurde umgehend beendet. Nach einer 14-t&#228;gigen intraven&#246;sen Induktion mit Ceftriaxon erfolgte eine einj&#228;hrige Erhaltungstherapie mit Cotrimoxazol. Da die Erregerelimination im Liquor eine signifikante H&#252;rde darstellt und die PCR im Februar 2026 weiterhin positiv geblieben ist, wurde das Regime auf eine Kombination aus Doxycyclin (2x 100 mg) und Hydroxychloroquin (3x 200 mg) f&#252;r weitere 12&#8211;18 Monate umgestellt.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Weiterer Verlauf: </Mark1>Unter gezielter Antibiose zeigt der Patient eine frappierende klinische Remission (BASDAI 0,2&#8211;0,8); eine rheumatologische Basistherapie ist nicht mehr erforderlich. Die Kontroll-MRT best&#228;tigte diesen Verlauf und zeigte keine Aktivit&#228;t der Sakroiliitis mehr. Retrospektiv ist die systemische Episode von 2022 als klassisches Immunrekonstitutionssyndrom einzuordnen: Das Absetzen der Biologika unter Infektbedingungen f&#252;hrte zu einer enthemmten Immunantwort gegen die unerkannte Bakterienlast, was die klinische Mimikry einer axSpA erzeugte. Die langfristige Herausforderung bleibt jedoch die Liquorsanierung. Da internationale Studien zur optimalen Dauer der Erhaltungstherapie bei ZNS-Beteiligung noch keine abschlie&#223;ende Evidenz liefern, wird im Anschluss an die Kombinationsphase vermutlich eine lebenslange Erhaltungstherapie mit Doxycyclin notwendig sein, um Rezidive zu verhindern. Der Fall unterstreicht die Notwendigkeit, bei therapierefrakt&#228;ren Verl&#228;ufen und atypischer Systemdynamik fr&#252;hzeitig an den Morbus Whipple zu denken, um irreversible neurologische Sch&#228;den zu vermeiden.</Pgraph><Pgraph>Leitlinie f&#252;r neurologische Manifestationen bei Systemerkrankungen (ZNS-Beteiligung bei Morbus Whipple).</Pgraph><Pgraph>S2k-Leitlinie: Gastrointestinale Infektionen (Diagnostik und Therapie des Morbus Whipple).</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: MRT ISG T2 STIR &#8211; vermeintliche Sakroiliitis</Mark1></Pgraph></Caption>
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