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      <Title language="de">Cogan-Syndrom im Kindes- und Jugendalter: Wie das p&#228;daudiologische Monitoring die Titration der Therapie unterst&#252;tzen kann &#8211; ein Fallbericht</Title>
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        <Email>lennart-heinrich.pieper&#64;charite.de</Email>
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      <DatePublished>20260826</DatePublished>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie</MeetingCorporation>
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        <MeetingTitle>42. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie (DGPP)</MeetingTitle>
        <MeetingSession>H&#246;ren und H&#246;rhilfen: Therapie, Assessment und Spezialf&#228;lle</MeetingSession>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph><Mark1>Hintergrund:</Mark1> Das Cogan-Syndrom ist klinisch charakterisiert durch Funktionseinschr&#228;nkungen des visuellen sowie vestibulocochle&#228;ren Systems. Bei bislang ungekl&#228;rter &#196;tiologie wird pathogenetisch eine autoimmun-vermittelte Vaskulitis angenommen. Das Auftreten im Kindes- und Jugendalter ist ausgesprochen selten. Spezifische serologische Nachweismethoden existieren bislang nicht, die Diagnose wird daher h&#228;ufig ex juvantibus gestellt. Therapeutisch k&#246;nnen Steroide, Immunsuppressiva sowie Biologika Anwendung finden.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Material und Methode:</Mark1> Ein zw&#246;lfj&#228;hriger Junge mit rezidivierender Uveitis wurde mit subjektiver H&#246;rminderung, Ohrdruck sowie Gleichgewichtsst&#246;rungen zur audiologischen Diagnostik vorgestellt. In der initialen Tonschwellenaudiometrie zeigte sich eine geringgradige, pantonale Schallempfindungsschwerh&#246;rigkeit mit Hochtonabfall beidseits. Unter Prednisolonsto&#223;therapie kam es zu einer unilateralen Progredienz bis hin zu einer hochgradigen Schwerh&#246;rigkeit links. In der anschlie&#223;end erfolgten Felsenbein-MRT imponierte eine floride Labyrinthitis beidseits. Bei Verdacht auf ein Cogan-Syndrom wurde die Therapie um Methotrexat und Infliximab erg&#228;nzt. Nach achtw&#246;chiger Therapie zeigte sich audiometrisch eine nahezu vollst&#228;ndige Restitutio ad integrum beidseits. Unter regelm&#228;&#223;igen p&#228;daudiologischen Kontrollen konnte das Infliximab-Intervall bei stabilen Befunden schrittweise auf zehn Wochen ausgeweitet werden. Bei erneutem einseitigen Innenohrabfall nach 18 Monaten wurde das Immunsuppressivum umgestellt und das Infliximab-Intervall auf sechs Wochen verk&#252;rzt. Vier Wochen nach Therapieanpassung zeigte sich erneut eine nahezu vollst&#228;ndige Restitutio ad integrum, die &#252;ber weitere zwei Jahre bis zum aktuellen Beobachtungszeitpunkt stabil geblieben ist.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> Gelingt beim Cogan-Syndrom die fr&#252;hzeitige Diagnosestellung und wird eine ad&#228;quate Therapie zeitnah eingeleitet, k&#246;nnen auch schwere H&#246;rverluste reversibel sein, wie dieser Fallbericht zeigt.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung:</Mark1> Das Cogan-Syndrom ist trotz seiner Seltenheit im Kindes- und Jugendalter, insbesondere beim Vorliegen sowohl visueller als auch vestibulocochle&#228;rer Symptome, differenzialdiagnostisch zu bedenken. Regelm&#228;&#223;ige p&#228;daudiologische Kontrollen sind obligat. Eine enge Zusammenarbeit zwischen P&#228;diatrie und P&#228;daudiologie ist erstrebenswert, um die Therapie anhand audiometrischer Befunde ad&#228;quat zu titrieren.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><SubHeadline>Hintergrund</SubHeadline><Pgraph>Autoimmunbedingte Innenohrschwerh&#246;rigkeiten (autoimmune inner ear disease, AIED) sind seltene Erkrankungen, die typischerweise durch einen rasch progredienten, h&#228;ufig beidseitigen sensorineuralen, pantonalen, mitunter hochtonalbetonten H&#246;rverlust charakterisiert sind. Zu den zugrunde liegenden Entit&#228;ten z&#228;hlen u.a. das Cogan-Syndrom &#8211; auch als okulovestibuloauditorisches Syndrom bezeichnet. Dieses manifestiert sich klassischerweise mit der Symptom-Trias: interstitielle Keratitis bzw. Uveitis, sensorineurale Schwerh&#246;rigkeit und vestibul&#228;re Symptomatik. Die &#196;tiologie ist bislang nicht abschlie&#223;end gekl&#228;rt; pathogenetisch wird eine autoimmun vermittelte inflammatorische Vaskulitis der Innenohrgef&#228;&#223;e mit konsekutiver Degeneration des cochle&#228;ren Neuroepithels, Fibrose und endolymphatischem Hydrops angenommen <TextLink reference="1"></TextLink>. Spezifische serologische Nachweismethoden existieren bisher nicht; die MRT des Felsenbeins mit Kontrastmittel kann die Verdachtsdiagnose durch Nachweis von Labyrintherg&#252;ssen und pathologischer Kontrastmittelanreicherung st&#252;tzen <TextLink reference="2"></TextLink>. Eine zeitgerechte &#228;tiologische Zuordnung und entsprechende Therapieeinleitung k&#246;nnen das therapeutische Outcome ma&#223;geblich beeinflussen <TextLink reference="3"></TextLink>, <TextLink reference="4"></TextLink>. Therapeutisch k&#246;nnen systemische sowie intratympanal applizierte Steroide, Immunsuppressiva sowie Biologika zum Einsatz kommen. Das Auftreten im Kindesalter ist mit weltweit ca. 55 beschriebenen F&#228;llen ausgesprochen selten; die Erkrankung manifestiert sich am h&#228;ufigsten in der dritten Lebensdekade <TextLink reference="5"></TextLink>, <TextLink reference="6"></TextLink>.</Pgraph><SubHeadline>Material &#38; Methoden</SubHeadline><Pgraph>Ein zw&#246;lfj&#228;hriger Junge mit bekanntem Coffin-Siris-Syndrom, kombiniertem Immundefekt (CVID&#47;CID) und akuter posteriorer multifokaler plakoider Pigmentepitheliopathie (APMPPE) wurde aufgrund einer subjektiven H&#246;rminderung mit Ohrendruck rechts sowie Gleichgewichtsst&#246;rungen zur p&#228;daudiologischen Diagnostik vorgestellt.</Pgraph><Pgraph>In der initialen Reintonaudiometrie zeigte sich ein pantonaler, hochtonalbetonter sensorineuraler H&#246;rverlust beidseits (rechts bis 70 dB HL, PTA-4: 36 dB HL; links bis 50 dB HL, PTA-4: 28 dB HL), entsprechend einer geringgradigen Innenohrschwerh&#246;rigkeit beidseits nach R&#246;ser (1973). Es wurde eine orale Prednisolontherapie (75 mg&#47;d &#252;ber 5 Tage, anschlie&#223;end ausschleichend) eingeleitet.</Pgraph><Pgraph>Im Verlauf der folgenden drei Wochen zeigte sich der H&#246;rverlust subjektiv sowie audiologisch einseitig progredient: W&#228;hrend der H&#246;rverlust rechts weitgehend stabil blieb (PTA-4: 36 dB HL), imponierte linksseitig ein weiterer Abfall der Luftleitungskurve auf bis zu 100 dB HL bei 8 kHz (PTA-4: 65 dB HL; hochgradige Schwerh&#246;rigkeit nach R&#246;ser (1973)) (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure" />). Im Freiburger Sprachaudiogramm zeigte sich eine Einsilberverst&#228;ndlichkeit von 80&#37; bei 80 dB SPL rechts sowie von 10&#37; bei 95 dB SPL links. In der MRT der Felsenbeine mit Kontrastmittel konnte eine floride Labyrinthitis beidseits mit pathologischer Kontrastmittelanreicherung im posterioren und superioren Bogengang beidseits, vereinbar mit einem Cogan-Syndrom, beschrieben werden. Der ohrmikroskopische Befund sowie die Tympanometrie waren zu allen Untersuchungszeitpunkten unauff&#228;llig.</Pgraph><SubHeadline>Ergebnisse</SubHeadline><Pgraph>Bei gesicherter Verdachtsdiagnose eines Cogan-Syndroms wurde eine hochdosierte intraven&#246;se Methylprednisolon-Sto&#223;therapie &#252;ber drei Tage eingeleitet sowie eine Kombinationstherapie aus Infliximab (300 mg) und Methotrexat (MTX, 15 mg) im Sinne einer Triple-Erhaltungstherapie (Steroid, Immunsuppressivum, Biologikum) begonnen.</Pgraph><Pgraph>Nach achtw&#246;chiger Therapie und u.a. dreimaliger Infliximab-Gabe imponierte eine nahezu vollst&#228;ndige Restitutio ad integrum beidseits mit lediglich einer dezenten residualen Innenohrsenke rechts bei 6 kHz bis 30 dB HL (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure" />). Im Verlauf von 1,5 Jahren zeigte sich das H&#246;rverm&#246;gen klinisch und audiometrisch weitgehend stabil, sodass das Infliximab-Intervall auf zehn Wochen gestreckt werden konnte.</Pgraph><Pgraph>Bei erneutem asymptomatischen hochtonalen Innenohrabfall links (bis 60 dB HL bei 8 kHz) wurde eine erneute Methylprednisolon-Sto&#223;therapie eingeleitet, MTX auf Mycophenolat-Mofetil (MMF) umgestellt und das Infliximab-Intervall auf sechs Wochen verk&#252;rzt. Vier Wochen nach Therapieanpassung zeigte sich erneut eine vollst&#228;ndige audiometrische Restitution, die &#252;ber weitere zwei Jahre bis zum aktuellen Beobachtungszeitpunkt stabil geblieben ist.</Pgraph><SubHeadline>Diskussion</SubHeadline><Pgraph>Gelingt beim Cogan-Syndrom die fr&#252;hzeitige Diagnosestellung und wird eine ad&#228;quate Therapie zeitnah eingeleitet, k&#246;nnen auch initial schwere H&#246;rverluste reversibel sein, wie dieser Fallbericht zeigt.</Pgraph><SubHeadline>Fazit</SubHeadline><Pgraph>Das Cogan-Syndrom ist trotz seiner Seltenheit im Kindes- und Jugendalter, insbesondere beim Vorliegen sowohl visueller als auch vestibulocochle&#228;rer Symptome, differenzialdiagnostisch zu bedenken. Regelm&#228;&#223;ige p&#228;daudiologische Kontrollen sind obligat. Eine enge Zusammenarbeit zwischen P&#228;diatrie und P&#228;daudiologie ist erstrebenswert, um die Therapie anhand audiometrischer Befunde individuell und zielgenau zu titrieren. Bei therapierefrakt&#228;ren Verl&#228;ufen sollte aufgrund der drohenden cochle&#228;ren Fibrosierung die Indikation zur Cochlea-Implantation fr&#252;hzeitig gepr&#252;ft werden.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: Reintonaudiometrie nach initialer Prednisolonsto&#223;therapie mit geringgradiger Innenohrschwerh&#246;rigkeit rechts und progredienter, hochgradiger Innenohrschwerh&#246;rigkeit links (nach R&#246;ser 1973).</Mark1></Pgraph></Caption>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 2: Reintonaudiometrie nach achtw&#246;chiger Therapie und u.a. dreimaliger Infliximabgabe mit residualer Innenohrsenke bei 6 kHz links bis 30 dB HL bei Normakusis beidseits (nach R&#246;ser 1973).</Mark1></Pgraph></Caption>
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