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    <ArticleType>Vortrag</ArticleType>
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      <Title language="de">Braucht es eine FEES vor einem Tracheostomaverschluss&#63; Balance zwischen Atmung und Schlucken</Title>
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        <Address>Klinik f&#252;r Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universit&#228;tsklinikum W&#252;rzburg, Interdisziplin&#228;res Zentrum f&#252;r Stimme und Schlucken, Josef-Schneider-Stra&#223;e 11, 97080 W&#252;rzburg, Deutschland<Affiliation>Klinik f&#252;r Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universit&#228;tsklinikum W&#252;rzburg, Interdisziplin&#228;res Zentrum f&#252;r Stimme und Schlucken, W&#252;rzburg, Deutschland</Affiliation></Address>
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      <DatePublished>20260826</DatePublished>
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      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie</MeetingCorporation>
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        <MeetingTitle>42. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie (DGPP)</MeetingTitle>
        <MeetingSession>Schlucken: Klinische Evaluation und Rehabilitation</MeetingSession>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph><Mark1>Hintergrund:</Mark1> Der Tracheostomaverschluss (TSV) markiert einen entscheidenden Schritt in der funktionellen Rehabilitation tracheotomierter Patienten. Die Indikation ergibt sich nicht ausschlie&#223;lich aus einer suffizienten Schluckfunktion, sondern h&#228;ufig auch aus einer stabilisierten Atmung. Daher ist die Beurteilung der postoperativen Schluckfunktion und m&#246;glicher Komplikationen f&#252;r das interdisziplin&#228;re Management von zentraler Bedeutung. Ziel dieser Untersuchung war es, das Auftreten von Dysphagien und Komplikationen nach TVS zu erfassen und deren Zusammenhang mit Grunderkrankung und Stomaart zu analysieren.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Material und Methode:</Mark1> Untersucht wurden retrospektiv 114 Patient (76 m, 3 w), die sich in einem definierten Zeitraum einem TVS unterzogen. Das mediane Alter bei Tracheotomie betrug 60,5 Jahre (4&#8211;85 J.), die mediane Dauer bis zum Verschluss 41,5 Tage (9&#8211;6058 Tage). Erfasst wurden Indikation zur Tracheotomie, Art des Stomas, postoperative Komplikationen sowie das Ergebnis der Schluckdiagnostik mittels FEES. Zus&#228;tzlich wurde die Art der Ern&#228;hrung (oral, PEG, NPO) dokumentiert.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> H&#228;ufigste Grunderkrankungen waren neurovaskul&#228;re Ereignisse (SAB&#47;ICB, n &#61; 13) sowie maligne Kopf-Hals-Tumoren (n &#61; 36). In 53 F&#228;llen erfolgte ein plastischer Stomaverschluss, in 7 F&#228;llen lag ein Notfall- oder dilatativer Zugang vor. Postoperative Komplikationen traten in 10 F&#228;llen (16,7&#37;) auf, &#252;berwiegend subkutane Emphyseme (n &#61; 7), Fisteln (n &#61; 2) und eine Narbenbildung mit Larynxelevation (n &#61; 1). Eine FEES wurde in 50 F&#228;llen (83&#37;) durchgef&#252;hrt. Eine Dysphagie wurde bei 34 Patient:innen (56,7&#37;) nachgewiesen, davon oropharyngeale Transportst&#246;rung (n &#61; 15), Retention (n &#61; 10), Penetration (n &#61; 3) und Aspiration (n &#61; 6). Zwanzig Patienten wurden &#252;ber PEG ern&#228;hrt, sieben waren zum Zeitpunkt der Untersuchung non per os.Im dritten Fall wurde bei einem Patienten mit Kopf-Hals-Tumor im Rahmen einer FEES non per os indiziert, im weiteren Verlauf jedoch ambulant ein oraler Kostaufbau durchgef&#252;hrt. Dies f&#252;hrte zu wiederholten stillen Aspirationen und einem prolongierten Verlauf.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung:</Mark1> Mehr als die H&#228;lfte der Patient:innen zeigte nach TSV eine relevante Dysphagie, meist oropharyngealer Genese. Dennoch war die Schluckfunktion nicht in allen F&#228;llen f&#252;hrend f&#252;r die Indikationsstellung zum Verschluss, da h&#228;ufig eine stabile respiratorische Situation den entscheidenden Faktor darstellte. Post-OP Komplikationen waren insgesamt selten. Die Ergebnisse heben hervor, dass der TVS eine multidisziplin&#228;re Beurteilung inklusive FEES erfordert.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><SubHeadline>Hintergrund</SubHeadline><Pgraph>Der Tracheostomaverschluss (TSV) ist ein zentraler Schritt in der Rehabilitation tracheotomierter Patient:innen. Die Indikation ergibt sich nicht nur alleinig aus der Schluckfunktion, sondern auch aus einer stabilen laryngealen Atmung, suffizientem Hustensto&#223;, Sekretmanagement und gesicherter Ern&#228;hrung. Eine nicht erkannte Dysphagie mit Penetration oder Aspiration kann den postoperativen Verlauf gef&#228;hrden. Die flexible endoskopische Evaluation des Schluckens (FEES) erlaubt die direkte Beurteilung von Sekretmanagement, pharyngealen Residuen, Penetration, Aspiration und Schutzreflexen. Ziel dieser Untersuchung war es, dysphagische Befunde und Komplikationen im Kontext des TSV zu erfassen und Konsequenzen f&#252;r ein strukturiertes perioperatives Management abzuleiten.</Pgraph><SubHeadline>Material und Methoden</SubHeadline><Pgraph>In die retrospektive Analyse wurden Patienten:innen mit einem TSV zwischen Oktober 2023 und Oktober 2025 eingeschlossen. Erfasst wurden demographische Daten, Dauer zwischen Tracheotomie und TSV, Grunderkrankung, Art der Tracheostomaanlage, pr&#228;operative FEES, Dysphagiebefunde, Ern&#228;hrungsart und postoperative Komplikationen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv. Die funktionelle Beurteilung vor TSV orientierte sich an den Dimensionen Atmung, Schlucken und Ern&#228;hrung und ber&#252;cksichtigte zus&#228;tzlich Laryngoskopie, Tracheoskopie sowie die Toleranz eines Verschlusses der Kan&#252;le bzw. ein Abkleben des Tracheostomas.</Pgraph><SubHeadline>Ergebnisse</SubHeadline><Pgraph>Insgesamt wurden 114 Patient:innen eingeschlossen; 76 waren m&#228;nnlich (67&#37;) und 38 weiblich (33&#37;). Das mediane Alter betrug 62 Jahre (4&#8211;85 Jahre), die mediane Dauer von der Tracheotomie bis zum TSV 38 Tage (9&#8211;6058 Tage). H&#228;ufigste Grunderkrankungen waren maligne Kopf-Hals-Tumoren (61&#47;114; 54&#37;), darunter Oropharynxkarzinome (n&#61;24), Mundh&#246;hlenkarzinome (n&#61;15), Larynxkarzinome (n&#61;13) und Hypopharynxkarzinome (n&#61;9). Ein Z. n. intrakraniellen Blutungen lagen bei 19 Patient:innen (17&#37;) vor, Abszesse im HNO-Bereich bei 7 (6&#37;) und Larynxfrakturen bei 5 (4&#37;). Eine plastische Tracheostomaanlage war in 107&#47;114 F&#228;llen (94&#37;) dokumentiert, eine dilatative Anlage in 7&#47;114 (6&#37;). In 5 F&#228;llen (4,4&#37;) erfolgte die plastische Tracheotomie nach einer Notfallkoniotomie, in 4 F&#228;llen (3,5&#37;) war eine Notfalltracheotomie in Lokalan&#228;sthesie durchgef&#252;hrt worden.</Pgraph><Pgraph> </Pgraph><Pgraph>Eine FEES vor Verschluss erfolgte bei 94&#47;114 Patient:innen (82,5&#37;); 20&#47;114 (17,5&#37;) erhielten keine pr&#228;operative FEES. Bei 80&#47;114 Patient:innen (70,2&#37;) wurde eine Dysphagie diagnostiziert. Im Vordergrund standen oropharyngeale Transportst&#246;rungen gefolgt von Retentionen und Penetrationen. Aspirationen mit PAS 6&#8211;8 (Penetrations-Aspirations-Skala nach Rosenbek) waren insgesamt selten (Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure" />). Eine PEG wurde in 13,2&#37; belassen. 15 Patient:innen waren zum Zeitpunkt der Beurteilung non per os (16&#37;). Als postoperative Komplikationen nach TSV traten in 10,5&#37; Fisteln, 7,9&#37; Emphyseme, 0,9&#37; Narben mit eingeschr&#228;nkter laryngealer Elevation und in 0,9&#37; subcutane Abszesse auf (Abbildung 2 <ImgLink imgNo="2" imgType="figure" />).</Pgraph><SubHeadline>Diskussion</SubHeadline><Pgraph>Dysphagien liegen bei 70,2&#37; der Patienten, die eine TSV erhalten sollen, vor. Die h&#228;ufigsten St&#246;rungen finden sich im oropharyngealen Bereich. Schwerwiegende Aspirationen mit PAS 8 sind mit 1,8&#37; selten. Allerdings ist im vorliegenden Patientenkollektiv ein hoher Anteil von Kopf-Hals-Tumoren vorhanden, die insbesondere durch Operationen mit Lappenrekonstruktionen, Radiatio, Sensibilit&#228;tsst&#246;rungen und Einschr&#228;nkungen der laryngealen Elevation entlang der Schluckstra&#223;e zu strukturellen Ver&#228;nderungen f&#252;hren k&#246;nnen. Gleichzeitig war die Schluckfunktion nicht in jedem Fall allein entscheidend f&#252;r die Indikation zum Verschluss. Ein TSV kann auch mit einer (schweren) Dysphagie bei stabiler respiratorischer Situation unter der Ma&#223;gabe eines &#8222;non per os&#8220; indiziert werden. Hierzu ist eine systematische Diagnostik inklusive FEES unerl&#228;sslich. Die FEES sollte dabei nicht isoliert als &#8222;Freigabe&#8220; oder &#8222;Kontraindikation&#8220; verstanden werden, sondern als zentraler Bestandteil eines Gesamt-Assessments. Daher sollte bei jedem Patienten vor einem TSV eine FEES durchgef&#252;hrt werden. Praktisch ergibt sich ein standardisierter Ablauf mit Beurteilung von laryngealer Atemwegspassage und Stimmlippenfunktion, FEES mit Sekret- und Aspirationsbeurteilung, Tracheoskopie, klinischer Dekan&#252;lierungspr&#252;fung und Ern&#228;hrungsplanung. Dabei m&#252;ssen unterschiedliche Indikationen, die zur Tracheotomie gef&#252;hrt haben, ber&#252;cksichtigt werden. </Pgraph><SubHeadline>Fazit&#47;Schlussfolgerung</SubHeadline><Pgraph>Eine FEES vor TSV ist als wesentlicher Baustein des pr&#228;operativen Assessments zu bewerten. Bei 82 &#37; des Kollektivs wurde sie durchgef&#252;hrt; zugleich zeigten 70,2&#37; dysphagische Befunde und in 4,5&#37; wurde durch die FEES eine Aspiration detektiert. Der TSV sollte daher als funktioneller Rehabilitationsschritt an der Schnittstelle von Atmung, Schlucken und Stimme verstanden werden. Ein strukturiertes perioperatives Management mit Laryngoskopie, Tracheoskopie und FEES kann Risiken fr&#252;hzeitig erkennen und die Indikation zum Verschluss individuell absichern.</Pgraph></TextBlock>
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          <Caption><Pgraph><Mark1>Abbildung 1: H&#228;ufigkeit von Penetration&#47;Aspiration in der Penetrations-Aspirations-Skala n. Rosenbek (n &#61; 94)</Mark1></Pgraph></Caption>
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