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    <ArticleType>Vortrag</ArticleType>
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      <Title language="de">T&#228;tigkeitsbezogene Dysphonie der Singstimme als Form der fokalen Dystonie bei einem professionellen S&#228;nger</Title>
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        <Address>Charit&#233; &#8211; Universit&#228;tsmedizin Berlin, Klinik f&#252;r Audiologie und Phoniatrie, Berlin, Deutschland<Affiliation>Charit&#233; &#8211; Universit&#228;tsmedizin, Klinik f&#252;r Audiologie und Phoniatrie, Berlin, Deutschland</Affiliation></Address>
        <Email>dorothea.von-zadow&#64;charite.de</Email>
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      <DatePublished>20260826</DatePublished>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie</MeetingCorporation>
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        <MeetingTitle>42. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Phoniatrie und P&#228;daudiologie (DGPP)</MeetingTitle>
        <MeetingSession>Stimme: Stimmanalyse II</MeetingSession>
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    <Abstract language="de" linked="yes"><Pgraph><Mark1>Hintergrund:</Mark1> Die fokale Dystonie ist eine Bewegungsst&#246;rung mit t&#228;tigkeitsbezogenem, umschriebenem Kontrollverlust der Feinmotorik und bei Instrumentalisten gut beschrieben. Als stimmbezogene Form der fokalen Dystonie betrifft die spasmodische Dysphonie zumeist die Sprechstimme. T&#228;tigkeitsbezogene Dysphonien ausschlie&#223;lich der Singstimme sind bislang selten berichtet. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des Fallbeispiels einer t&#228;tigkeitsbezogenen Dysphonie der Singstimme sowie die Einordnung in den Kontext fokaler Dystonien und beruflicher Exposition.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Material und Methode:</Mark1> Berichtet wird &#252;ber einen professionellen Bassbariton mit isoliertem Kontrollverlust von Intonation und Lautst&#228;rke der Singstimme bei unauff&#228;lliger Sprechstimme. Die Diagnostik umfasste eine differenzierte klinische Stimmfunktionsanalyse sowie eine interdisziplin&#228;re Beurteilung. Therapeutisch erfolgte eine spezialisierte logop&#228;dische Stimmtherapie mit gesangsp&#228;dagogischer Begleitung im Sinne eines Retrainings. Eine invasive laryngeale EMG-Diagnostik sowie eine probatorische Botulinumtoxin-Behandlung wurden patientenseitig abgelehnt.</Pgraph><Pgraph> </Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> In der Stimmfunktionsdiagnostik zeigte sich eine deutlich t&#228;tigkeits- und aufgabenabh&#228;ngig ausgepr&#228;gte, vorwiegend tremor&#246;se Symptomatik mit spasmodischen Anteilen vom Adduktor-Typ. Unter konsequenter Retrainingtherapie konnte &#252;ber einen Zeitraum von zwei Jahren eine deutliche Verbesserung der Stimmkontrolle erreicht werden, die dem Patienten die R&#252;ckkehr in den professionellen S&#228;ngerberuf erm&#246;glichte. Die Ergebnisse er&#246;ffnen eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem bislang nur unzureichend charakterisierten Krankheitsbild.</Pgraph><Pgraph> </Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung:</Mark1> Analog zum Instrumentalspiel erfordert professionelles Singen eine hochspezialisierte feinmotorische Kontrolle des Stimm- und Atmungsapparates. Die therapeutischen Optionen entsprechen derzeit denen der spasmodischen Dysphonie und anderer fokaler Dystonien, ein standardisiertes Behandlungskonzept existiert jedoch nicht. Die Risikofaktoren erscheinen zwischen Instrumentalisten und S&#228;ngern vergleichbar. Vor diesem Hintergrund ist die derzeitige Einschr&#228;nkung der Anerkennung als Berufskrankheit auf Instrumentalmusiker nicht plausibel. Eine Erweiterung auf professionelle S&#228;ngerinnen und S&#228;nger sollte in Erw&#228;gung gezogen werden.</Pgraph></Abstract>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><SubHeadline>Hintergrund</SubHeadline><Pgraph>Die fokale Dystonie ist eine aufgabenspezifische Bewegungsst&#246;rung mit umschriebenem Verlust hochspezialisierter feinmotorischer Kontrolle <TextLink reference="1"></TextLink>, <TextLink reference="2"></TextLink>. In Deutschland ist die fokale Dystonie bei professionellen Instrumentalmusikern als Berufskrankheit Nr. 2115 verankert; die DGUV benennt hierf&#252;r langj&#228;hriges repetitives und intensives Musizieren auf professionellem Niveau als typische berufliche Exposition. Therapeutisch kommen Injektionen von Botulinumtoxin, Retrainingtherapie mit Neuerlernen der betroffenen motorischen Abl&#228;ufe oder auch Medikationen, z.B. mit Trihexyphenidyl oder Baclofen, isoliert oder kombiniert zur Anwendung <TextLink reference="3"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Laryngeale Dystonien betreffen &#252;blicherweise die Sprechstimme <TextLink reference="4"></TextLink>. Isolierte dystone St&#246;rungen der Singstimme sind demgegen&#252;ber deutlich seltener beschrieben und nosologisch bislang unzureichend charakterisiert. Ziel dieses Beitrags ist die detaillierte Darstellung eines longitudinal beobachteten Falles mit isolierter, t&#228;tigkeitsbezogener St&#246;rung der professionellen Gesangsstimme bei erhaltener Sprechstimme sowie die Einordnung des Verlaufs in den Kontext fokaler Dystonien und beruflicher Exposition. </Pgraph><SubHeadline>Material und Methoden</SubHeadline><Pgraph>Berichtet wird &#252;ber einen Bassbariton eines professionellen Chores, der sich im Verlauf von 12 Jahren zun&#228;chst sporadisch und zuletzt &#252;ber 2 Jahre fortlaufend in unserer phoniatrisch musikermedizinischen Betreuung befand. Die Diagnostik erfolgte longitudinal mittels wiederholter phoniatrisch laryngologischer Untersuchungen, die videolaryngostroboskopische Aufnahmen, auditive Beurteilungen von Sprech-  und Singstimme, Stimmumfangsprofilmessungen und spezifische Singstimmanalysen (gehaltene T&#246;ne, Tonleitern, Liedmaterial) unter Variation von Tonh&#246;he, Lautst&#228;rke und Artikulationsmodus inkludierten. Erfasst wurden u.a. Stimmklang, Register&#252;berg&#228;nge, Intonations-  und Dynamikkontrolle, Tonumfang, Schalldruckpegel, mittlere Sprechstimmlage, maximale Phonationsdauer, Jitter, Dysphonia Severity Index und das Stimmumfangsma&#223;. Zur differenzialdiagnostischen Einordnung erfolgte eine interdisziplin&#228;re Mitbeurteilung mit Ber&#252;cksichtigung begleitender Symptome, ohne Nachweis struktureller oder refluxbedingter laryngealer Ver&#228;nderungen. Therapeutisch wurden eine spezialisierte logop&#228;dische Stimmtherapie mit muskul&#228;rer Fazilitation sowie eine gesangsp&#228;dagogische Retraining-Begleitung durchgef&#252;hrt. Psychotherapie und eine station&#228;re Stimmrehabilitation erg&#228;nzten das Behandlungskonzept. Eine invasive laryngeale EMG-Diagnostik sowie eine probatorische Botulinumtoxin-Behandlung wurden patientenseitig abgelehnt. </Pgraph><SubHeadline>Ergebnisse</SubHeadline><Pgraph>In den fr&#252;hen Untersuchungsjahren zeigte sich kein strukturelles Korrelat der beklagten Dysodie. Die Erstvorstellung erfolgte aufgrund verminderter stimmlicher Belastbarkeit mit subjektiv reduziertem Kraftgef&#252;hl insbesondere in der hohen Lage bei laryngoskopischem Normalbefund. In den Folgejahren kam es zu progredienter Einschr&#228;nkung der Singstimmleistung mit Verlust an H&#246;he und rascher belastungsabh&#228;ngiger Erm&#252;dbarkeit. </Pgraph><Pgraph>Nach etwa 10-j&#228;hrigem protrahierten Verlauf dekompensierte die Symptomatik innerhalb kurzer Zeit mit Kontrollverlust &#252;ber Klanggestaltung, Intonation und Dynamik der Singstimme, w&#228;hrend die Sprechstimme im gesamten Verlauf als alltagsstimmlich unbeeintr&#228;chtigt empfunden wurde.</Pgraph><Pgraph>In der Stimmfunktionsdiagnostik zeigte sich ausschlie&#223;lich f&#252;r die Singstimme eine vorherrschend tremor&#246;se Symptomatik mit spasmodischen Anteilen vom Adduktor-Typ. Die Singstimmanalyse zeigte im mittleren bis oberen Modalregister einen tremor&#246;sen Stimmklang mit instabiler Ansprache und gest&#246;rter Intonation, bei vergleichsweise besser kontrollierter tiefer Lage, Kopfstimme und Forte-Phonation. Serienuntersuchungen best&#228;tigten einen anatomisch unauff&#228;lligen Larynx mit regelrechter Abduktion in Ruhe, jedoch unter phonatorischer Provokation ein unregelm&#228;&#223;ig tremor&#246;ses, teils anterior-posterior betontes Bewegungsmuster, sodass sich ein isoliertes Defizit der feinmotorischen Singstimmsteuerung bei erhaltener Sprechstimme ergab. </Pgraph><Pgraph>Unter intensiver logop&#228;discher und gesangsp&#228;dagogischer Retrainingtherapie kam es im Verlauf zu einer langsamen, aber klinisch relevanten Besserung. Es wurden eine zunehmende Beschr&#228;nkung der Symptomatik auf mittlere bis h&#246;here Stimmlagen, eine Abnahme tremor&#246;ser Lautst&#228;rken- und Tonh&#246;henschwankungen sowie ein R&#252;ckgang gepresster Stimmanteile beschrieben. Die objektiven Stimmparameter zeigten parallele Verbesserungen ohne vollst&#228;ndige Normalisierung. Zuletzt konnte eine stufenweise Wiedereingliederung in die Chort&#228;tigkeit abgeschlossen werden, die berufliche Leistungsf&#228;higkeit wurde subjektiv auf etwa 80&#37; eingesch&#228;tzt. Residual verblieb insbesondere eine eingeschr&#228;nkte Kontrollf&#228;higkeit &#252;ber Tonh&#246;he und Dynamik beim leisen Singen in mittlerer bis hoher Stimmlage. </Pgraph><Pgraph>Die anf&#228;nglich begleitende Psychotherapie erwies sich im vorliegenden Fall als nicht zielf&#252;hrend. Ein Antrag auf Anerkennung als Berufskrankheit BK 2115 wurde bislang mit dem Verweis abgelehnt, dass diese auf professionelle Instrumentalmusiker begrenzt sei.</Pgraph><Pgraph>Die Ergebnisse er&#246;ffnen eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem bislang nur unzureichend charakterisierten Krankheitsbild. </Pgraph><SubHeadline>Diskussion und Fazit</SubHeadline><Pgraph>Der vorliegende Fall unterstreicht, dass professionelles Singen in vergleichbarer Weise wie das Instrumentalspiel eine hochdifferenzierte, repetitiv trainierte Feinmotorik des Stimm- und Atmungsapparats erfordert. Die dokumentierte Symptomatik mit selektivem Verlust der singmotorischen Kontrolle bei erhaltener Sprechstimme, strukturellem Normalbefund und deutlicher Aufgabenabh&#228;ngigkeit ist mit dem Konzept einer fokalen, t&#228;tigkeitsspezifischen Dystonie vereinbar. Die DGUV beschreibt BK 2115 derzeit explizit f&#252;r Instrumentalmusiker, er&#246;ffnet bei wissenschaftlich begr&#252;ndeten anderen arbeitsbezogenen Einwirkungen jedoch die Pr&#252;fung nach &#167; 9 Abs. 2 SGB VII <TextLink reference="5"></TextLink>. </Pgraph><Pgraph>Die verf&#252;gbaren therapeutischen Optionen entsprechen im Wesentlichen denen der spasmodischen Dysphonie und anderer fokaler Dystonien; ein standardisiertes Behandlungskonzept existiert jedoch nicht. Der vorliegende Verlauf zeigt, dass ein mehrj&#228;hriges, hochspezialisiertes Retraining im Einzelfall zu einer klinisch relevanten Funktionsverbesserung und partiellen beruflichen Reintegration f&#252;hren kann. Die Risikokonstellationen f&#252;r die Entwicklung einer fokalen Dystonie erscheinen hinsichtlich der pers&#246;nlichen und beruflichen Anforderungen zwischen Instrumentalisten und S&#228;ngern vergleichbar. In der Literatur wird die &#8222;Singer&#8217;s Dystonia&#8220; wiederholt als ein m&#246;glicher Ph&#228;notyp musikerspezifischer Dystonien aufgef&#252;hrt <TextLink reference="3"></TextLink>, <TextLink reference="6"></TextLink>, <TextLink reference="7"></TextLink>. Vor diesem Hintergrund ist die derzeitige Einschr&#228;nkung der Anerkennung als Berufskrankheit auf Instrumentalmusiker nicht plausibel. Eine Erweiterung der BK 2115 auf professionelle S&#228;ngerinnen und S&#228;nger sollte in Erw&#228;gung gezogen werden. </Pgraph></TextBlock>
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