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    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
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      <Title language="de">Sepsisdetektion auf der Basis von interoperablen elektronischen Fallakten</Title>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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      <Keyword language="de">Sepsis</Keyword>
      <Keyword language="de">Routinedatenanalyse</Keyword>
      <Keyword language="de">Interoperabilit&#228;t</Keyword>
      <Keyword language="de">Elektronische Patientenakte</Keyword>
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      <DatePublished>20251103</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie</MeetingCorporation>
        <MeetingName>70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)</MeetingName>
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        <MeetingSession>PS 9: Epidemiologie 2</MeetingSession>
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          <DateFrom>20250907</DateFrom>
          <DateTo>20250911</DateTo>
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    <ArticleNo>Abstr. 176</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Einleitung:</Mark1> Sepsis stellt aufgrund ihrer hohen Sterblichkeit sowie langfristigen Morbidit&#228;t eine gro&#223;e Herausforderung f&#252;r die Gesundheitsversorgung dar <TextLink reference="1"></TextLink>. Valide Daten zur Sepsisinzidenz und -mortalit&#228;t sind essenziell f&#252;r epidemiologische Surveillance und Qualit&#228;tssicherung der Krankenhausversorgung <TextLink reference="2"></TextLink>, <TextLink reference="3"></TextLink>. Daten zur Sepsisinzidenz beruhen in Deutschland bisher auf ICD- und OPS-Kodierungen in Abrechnungsdaten. F&#252;r diese konnte eine Sensitivit&#228;t von 26,8&#8211;38&#37; im Vergleich zur klinischen Sepsisdiagnose basierend auf Patientenakten gezeigt werden, was zu einer erheblichen Untersch&#228;tzung der Krankheitslast f&#252;hrt <TextLink reference="4"></TextLink>.  </Pgraph><Pgraph>Eine m&#246;gliche L&#246;sung stellt die Nutzung klinischer Daten aus elektronischen Fallakten dar. Rhee et al. konnten auf US-Daten zeigen, dass ein Fallakten-basierter Detektionsalgorithmus eine erheblich pr&#228;zisere Identifikation von Sepsisf&#228;llen erm&#246;glicht als die ICD-Kodierung <TextLink reference="5"></TextLink>. Die Adaption und Anwendung eines solchen Algorithmus auf deutsche Fallakten eines Krankenhaussamples unterschiedlicher Versorgungsstufen wurde bisher noch nicht durchgef&#252;hrt.  </Pgraph><Pgraph><Mark1>Methoden:</Mark1> Die Datengrundlage der retrospektiven Kohortenstudie waren interoperable, strukturierte und unstrukturierte Fallakten der station&#228;ren Versorgung von Krankenh&#228;usern des Machine Learning (ML)-Netzwerks der Firma Tiplu.  Die Analysen erfolgten in einem f&#246;derierten Verfahren, wobei die Daten die jeweiligen Krankenhaus-Server zu keinem Zeitpunkt verlie&#223;en und die Ergebnisse aggregiert ausgegeben wurden.  </Pgraph><Pgraph>F&#252;r die Studie wurden Daten aus den Jahren 2018 bis 2021 inkludiert. Krankenh&#228;user wurden f&#252;r die Trendanalyse eingeschlossen, wenn bestimmte Kriterien hinsichtlich Datenqualit&#228;t und -quantit&#228;t in jedem der vier Jahre erf&#252;llt wurden. </Pgraph><Pgraph>Der Fallakten-Algorithmus ist an den Algorithmus von Rhee et al. angelehnt <TextLink reference="5"></TextLink> ein Sepsisfall muss jeweils ein Kriterium f&#252;r eine schwere Infektion und eines Organversagens innerhalb eines 48-Stunden-Zeitfensters erf&#252;llen. Es erfolgt der Vergleich mit einem Algorithmus der nur Abrechnungsdaten nutzt. F&#252;r die beiden &#252;ber die Definitionen identifizierten Sepsiskohorten werden Krankenhausinzidenz, Letalit&#228;t und station&#228;re Verweildauer analysiert. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> F&#252;r die Trendanalysen wurden 1.409.769 F&#228;lle aus 17 Krankenh&#228;usern aus den Jahren 2018 bis 2021 eingeschlossen. Die station&#228;re Sepsisinzidenz in den H&#228;usern der Trendanalyse betr&#228;gt 3,14 Sepsisf&#228;lle pro 100 Krankenhausf&#228;lle f&#252;r den Fallakten-Algorithmus und 1,99 Sepsisf&#228;lle pro 100 Krankenhausf&#228;lle f&#252;r den Abrechnungsdaten-Algorithmus. Bei 0,96 F&#228;llen pro 100 Krankenhausf&#228;llen lag eine Sepsis vor, die &#252;ber beide Algorithmen identifiziert wurde. Es fand sich sowohl auf Basis des Fallakten-Algorithmus als auch &#252;ber den Abrechnungsdaten-Algorithmus eine Zunahme der Inzidenz zwischen 2018&#8211;2021.  </Pgraph><Pgraph>Die Letalit&#228;t liegt in der &#252;ber Abrechnungsdaten identifizierten Sepsiskohorte mit 29,9&#37; h&#246;her als bei der &#252;ber die Fallakten identifizierten Kohorte mit 22,9&#37;. Sie nahm bei den auf Basis der Abrechnungsdaten identifizierten F&#228;lle insbesondere in 2020 zu, sank aber 2021 wieder ab. Der Median der station&#228;ren Verweildauer betr&#228;gt in der Abrechnungsdaten-Kohorte 15 Tage (IQR 8&#8211;29), bei der Fallakten-Kohorte ebenfalls 15 Tage (IQR: 9&#8211;27). </Pgraph><Pgraph><Mark1>Diskussion:</Mark1> Die Anwendung eines Fallakten-basierten Identifikationsalgorithmus ist unter Nutzung einer semantischen Analyse der schriftlichen Dokumente, sowie von Labor-, Medikationsdaten und Vitalparametern umsetzbar. Sie lieferte mit Vorstudien vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich Sepsis-Krankenhausinzidenz und -sterblichkeit <TextLink reference="5"></TextLink>. Neben den eingangs beschriebenen m&#246;glichen Anwendungsf&#228;llen wurde eine Variante des Fallakten-Algorithmus in Kombination mit Abrechnungsdaten bereits f&#252;r die Entwicklung eines klinischen Entscheidungsunterst&#252;tzungssystems zur Detektion und Pr&#228;diktion von Sepsis Verdachtsf&#228;llen anhand interoperabler klinischer Routinedaten genutzt. Ergebnisse der Validierung der beiden Algorithmen auf einem manuell gelabelten Goldstandarddatensatz werden auf der Konferenz pr&#228;sentiert. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung:</Mark1> Erstmals in Deutschland konnte ein Fallakten-basierter Detektionsalgorithmus f&#252;r Sepsis mit vielversprechenden Ergebnissen eingesetzt werden.</Pgraph><Pgraph>Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.</Pgraph><Pgraph>Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.</Pgraph></TextBlock>
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