<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1" standalone="no"?>
<!DOCTYPE GmsArticle SYSTEM "http://www.egms.de/dtd/2.0.34/GmsArticle.dtd">
<GmsArticle xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <MetaData>
    <Identifier>25gmds117</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/25gmds117</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-25gmds1179</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Verordnungsumfang und Wirkstoffe in der Behandlung seltener Erkrankungen f&#252;r gesetzlich versicherte Patienten in Schleswig-Holstein von 2015 bis 2023</Title>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Burmester</Lastname>
          <LastnameHeading>Burmester</LastnameHeading>
          <Firstname>Mareike</Firstname>
          <Initials>M</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>Medizinischer Dienst Nord, L&#252;beck, Germany</Affiliation>
          <Affiliation>Universit&#228;t zu L&#252;beck, L&#252;beck, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Emcke</Lastname>
          <LastnameHeading>Emcke</LastnameHeading>
          <Firstname>Timo</Firstname>
          <Initials>T</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>Kassen&#228;rztliche Vereinigung Schleswig-Holstein, Bad Segeberg, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Schuster</Lastname>
          <LastnameHeading>Schuster</LastnameHeading>
          <Firstname>Reinhard</Firstname>
          <Initials>R</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>Medizinischer Dienst Nord, L&#252;beck, Germany</Affiliation>
          <Affiliation>Universit&#228;t zu L&#252;beck, L&#252;beck, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="de">Orphan Drugs</Keyword>
      <Keyword language="de">hochpreise Arzeimittel</Keyword>
      <Keyword language="de">PZN (Pharmazentralnummer)</Keyword>
      <Keyword language="de">Seltene Erkrankungen</Keyword>
      <Keyword language="de">Verordnungsdaten</Keyword>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20251103</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <License license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
    </License>
    <SourceGroup>
      <Meeting>
        <MeetingId>M0631</MeetingId>
        <MeetingSequence>117</MeetingSequence>
        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie</MeetingCorporation>
        <MeetingName>70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)</MeetingName>
        <MeetingTitle></MeetingTitle>
        <MeetingSession>PS 3: Epidemiologie 1</MeetingSession>
        <MeetingCity>Jena</MeetingCity>
        <MeetingDate>
          <DateFrom>20250907</DateFrom>
          <DateTo>20250911</DateTo>
        </MeetingDate>
      </Meeting>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>Abstr. 306</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Einleitung:</Mark1> &#8222;Orphan Drugs&#8220; bezeichnet Arzneimittel zur Behandlung von seltenen Krankheiten, deren Entwicklungen unter Marktbedingungen schwierig sind. &#8222;Orphan Drug&#8220; werden zur Behandlung von Patienten entwickelt, die an einer sehr schweren Krankheit leiden, f&#252;r die es noch keine oder zumindest keine befriedigende Therapie gibt. Von diesen Krankheiten ist nur ein kleiner Teil der Bev&#246;lkerung betroffen, meist seit der Geburt oder der fr&#252;her Kindheit. Nach Definition sind weniger als 1&#47;2000 in Europa betroffen, das sind skaliert auf Schleswig-Holstein 1.500 Patienten. Das Ziel besteht darin, den Status quo und Entwicklungstendenzen darzustellen und zu ermitteln, ob der Orphan-Status demn&#228;chst ausl&#228;uft.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Methoden:</Mark1> Es wurden die Verordnungen der Versicherten aller Gesetzlichen Krankenkassen mit einer Arzneimittelverschreibung durch einen Vertragsarzt aus Schleswig-Holstein von 2014 (1,494 Mio. Patienten) bis 2023 (1,581 Mio. Patienten) untersucht. Die Datenbasis enth&#228;lt die Pharmazentralnummer (PZN) sowie &#252;ber eine Datenbankanbindung den Wirkstoff nach der ATC-Klassifikation (anatomisch-therapeutisch-chemisch) mit einer Spezifikation nach deutschem bzw. europ&#228;ischen Zulassungsrecht. Enthalten sind auch Verordnungszahlen, Kosten und anonymisierte Patientenkennungen. Die Identifizierung der &#8222;Orphan Drugs&#8220; erfolgte auf PZN-Basis. Diagnosedaten lagen nicht vor.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> Die Anzahl der betroffenen Patienten stieg signifikant von 12 im ersten Verordnungsjahr 2015 auf 1.319 im Jahr 2023. Parallel dazu stiegen die Kosten von 155 Tausend auf 45,6 Millionen Euro, die Anzahl der verordneten Wirkstoffe von 2 auf 56 und die mittleren Kosten pro Patienten von 12,9 auf 34,6 Tausend Euro. Im Jahr 2023 wurden f&#252;r die Wirkstoffe Vutrisiran (ATC: N07XX18), Eliglustat (ATC: A16AX10) und Chenodesoxycholsaure (ATC: A05AA01) Kosten von mehr als 300.000 Euro aufgewendet. Die h&#246;chsten Kosten im Jahr 2023 nach Kosten pro Patienten f&#252;r Wirkstoffe entfallen mit 4,6 Millionen Euro auf Lanadelumab (ATC: B06AC05) mit 24 Patienten und danach mit 3,1 Millionen Euro auf Burosomab (ATC: M05BX05) mit 15 Patienten. Die h&#246;chsten Kosten, die insgesamt mit 9,8 Millionen Euro angefallen sind, resultieren aus der Behandlung von 220 Patienten mit Daratumumab (ATC: L01FC01). Danach folgt mit 4,8 Millionen Euro Tafamidis (ATC: N07XX08) mit 44 Patienten.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung:</Mark1> Die Arzneimittel f&#252;r seltene Erkrankungen erhalten keine fr&#252;her Nutzenbewertung durch den Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA), solange die Anzahl der Betroffenen die festgelegte Schwelle nicht &#252;berschreitet. Es ist zu erwarten, dass sich dies trotz des signifikanten Wachstums noch f&#252;r einen l&#228;ngeren Zeitraum nicht &#228;ndern wird. Andererseits ist auch die allgemeine Kostenentwicklung im betrachteten Zeitraum von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 gestiegen, was in erheblichem Umfang auf die hochpreisigen Arzneimittel nach Nutzenbewertung zur&#252;ckzuf&#252;hren ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine sp&#228;tere Nutzenbewertung der &#8222;Orphan Drugs&#8220; zu einer Kostend&#228;mpfung f&#252;hren wird, ist eher als gering einzustufen. Als n&#228;chste Schritte k&#246;nnten Bez&#252;ge zu Diagnosen, Komorbidit&#228;ten und Polypharmazie untersucht werden.</Pgraph><Pgraph>Da die Finanzierung sehr hochpreisiger Arzneimittel ein Effekt regulatorischer Ma&#223;nahmen ist, sollte diskutiert werden, ob und in welchem Umfang dies durch die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgen soll. Mit steigendem Kosten sollten &#8222;Orphan Drugs&#8220; in die Vertragsverhandlungen zwischen Krankenkassen und der Kassen&#228;rztlichen Vereinigung sowie in die Beratungsunterlagen f&#252;r die &#196;rzte durch die Kassen&#228;rztliche Vereinigung und die Krankenkassen eingehen.</Pgraph><Pgraph>Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.</Pgraph><Pgraph>Die Autoren geben an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>Schulz S</RefAuthor>
        <RefAuthor>Passon AM</RefAuthor>
        <RefAuthor>Perleth M</RefAuthor>
        <RefAuthor>Kulig M</RefAuthor>
        <RefAuthor>Paschke N</RefAuthor>
        <RefAuthor>Matthias K</RefAuthor>
        <RefTitle>The Evaluation of Orphan Drugs by the German Joint Federal Committee - An Eight-Year Review</RefTitle>
        <RefYear>2020</RefYear>
        <RefJournal>Deutsches &#196;rzteblatt International</RefJournal>
        <RefPage>868</RefPage>
        <RefTotal>Schulz S, Passon AM, Perleth M, Kulig M, Paschke N, Matthias K. The Evaluation of Orphan Drugs by the German Joint Federal Committee - An Eight-Year Review. Deutsches &#196;rzteblatt International. 2020;117(50):868.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="2">
        <RefAuthor>Worm F</RefAuthor>
        <RefAuthor>Dintsios CM</RefAuthor>
        <RefTitle>Determinants of orphan drug prices in Germany</RefTitle>
        <RefYear>2020</RefYear>
        <RefJournal>Pharmacoeconomics</RefJournal>
        <RefPage>397-411</RefPage>
        <RefTotal>Worm F, Dintsios CM. Determinants of orphan drug prices in Germany. Pharmacoeconomics. 2020;38:397-411.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="3">
        <RefAuthor>Schuster R</RefAuthor>
        <RefTitle>Strukturelle Beratung der Krankenkassen durch den Medizinischen Dienst in der Pharmakotherapie &#8211; Die Verwendung epidemiologischer und gesundheits&#246;konomischer Analysen im Zeitalter von Digitalisierung und Big Data</RefTitle>
        <RefYear>2022</RefYear>
        <RefBookTitle>Krankenkassen- und Pflegekassenmanagement: Hintergrund &#8211; Kontext &#8211; Anwendung</RefBookTitle>
        <RefPage>1-40</RefPage>
        <RefTotal>Schuster R. Strukturelle Beratung der Krankenkassen durch den Medizinischen Dienst in der Pharmakotherapie &#8211; Die Verwendung epidemiologischer und gesundheits&#246;konomischer Analysen im Zeitalter von Digitalisierung und Big Data. In:  Hartweg HR, Knieps F, Agor K, editors. Krankenkassen- und Pflegekassenmanagement: Hintergrund &#8211; Kontext &#8211; Anwendung. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden; 2022. p. 1-40.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="4">
        <RefAuthor>Melnikova I</RefAuthor>
        <RefTitle>Rare diseases and orphan drugs</RefTitle>
        <RefYear>2012</RefYear>
        <RefJournal>Nature Reviews Drug Discovery</RefJournal>
        <RefPage>267-268</RefPage>
        <RefTotal>Melnikova I. Rare diseases and orphan drugs. Nature Reviews Drug Discovery. 2012;11(4):267-268.</RefTotal>
      </Reference>
      <Reference refNo="5">
        <RefAuthor>Attwood MM</RefAuthor>
        <RefAuthor>Rask-Andersen M</RefAuthor>
        <RefAuthor>Schi&#246;th HB</RefAuthor>
        <RefTitle>Orphan drugs and their impact on pharmaceutical development</RefTitle>
        <RefYear>2018</RefYear>
        <RefJournal>Trends in pharmacological sciences</RefJournal>
        <RefPage>525-535</RefPage>
        <RefTotal>Attwood MM, Rask-Andersen M, Schi&#246;th HB. Orphan drugs and their impact on pharmaceutical development. Trends in pharmacological sciences. 2018;39(6):525-535.</RefTotal>
      </Reference>
    </References>
    <Media>
      <Tables>
        <NoOfTables>0</NoOfTables>
      </Tables>
      <Figures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </Figures>
      <InlineFigures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </InlineFigures>
      <Attachments>
        <NoOfAttachments>0</NoOfAttachments>
      </Attachments>
    </Media>
  </OrigData>
</GmsArticle>