<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1" standalone="no"?>
<!DOCTYPE GmsArticle SYSTEM "http://www.egms.de/dtd/2.0.34/GmsArticle.dtd">
<GmsArticle xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <MetaData>
    <Identifier>25gmds089</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/25gmds089</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-25gmds0898</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Partizipative Technikgestaltung im Alter: Nutzerzentrierte Anforderungsanalyse eines Notfallwarnsystems f&#252;r Aging-in-Place</Title>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Kircher</Lastname>
          <LastnameHeading>Kircher</LastnameHeading>
          <Firstname>Jennifer</Firstname>
          <Initials>J</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>DigiHealth Institute, Neu-Ulm University of Applied Sciences, Neu-Ulm, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Eble</Lastname>
          <LastnameHeading>Eble</LastnameHeading>
          <Firstname>Alexander</Firstname>
          <Initials>A</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>artiso solutions GmbH, Blaustein, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Allgaier</Lastname>
          <LastnameHeading>Allgaier</LastnameHeading>
          <Firstname>Claus</Firstname>
          <Initials>C</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>artiso solutions GmbH, Blaustein, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Schobel</Lastname>
          <LastnameHeading>Schobel</LastnameHeading>
          <Firstname>Johannes</Firstname>
          <Initials>J</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>DigiHealth Institute, Neu-Ulm University of Applied Sciences, Neu-Ulm, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="de">Aging-in-Place</Keyword>
      <Keyword language="de">Notfallwarnsystem</Keyword>
      <Keyword language="de">Teilhabe</Keyword>
      <Keyword language="de">Persona</Keyword>
      <Keyword language="de">Technikgestaltung</Keyword>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20251103</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <License license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
    </License>
    <SourceGroup>
      <Meeting>
        <MeetingId>M0631</MeetingId>
        <MeetingSequence>089</MeetingSequence>
        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie</MeetingCorporation>
        <MeetingName>70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)</MeetingName>
        <MeetingTitle></MeetingTitle>
        <MeetingSession>V: Soziotechnische Systeme und Entscheidungsunterst&#252;tzung</MeetingSession>
        <MeetingCity>Jena</MeetingCity>
        <MeetingDate>
          <DateFrom>20250907</DateFrom>
          <DateTo>20250911</DateTo>
        </MeetingDate>
      </Meeting>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>Abstr. 199</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Hintergrund:</Mark1> Der demografische Wandel geht mit einer wachsenden &#228;lteren Bev&#246;lkerung einher, wodurch das Konzept des &#8222;Aging-in-Place&#8220; zunehmend an Bedeutung gewinnt <TextLink reference="1"></TextLink>. Dabei sollen technische Assistenzsysteme &#228;lteren Menschen ein selbstbestimmtes autonomes Leben im eigenen Zuhause erm&#246;glichen und zugleich soziale Teilhabe sowie emotionales Wohlbefinden unterst&#252;tzen <TextLink reference="2"></TextLink>. Dennoch entstehen durch das Verbleiben im h&#228;uslichen Umfeld Risiken. Eine aktuelle Statistik zeigt, dass 48,5&#37; aller t&#246;dlichen Unf&#228;lle in Deutschland im h&#228;uslichen Umfeld auftreten (n&#61;16.388), wobei 91&#37; dieser F&#228;lle (n&#61;14.874), Personen im Alter von 65 Jahren und &#228;lter betreffen <TextLink reference="3"></TextLink>. Technische Notfallsysteme sind daher essenziell, sto&#223;en aber h&#228;ufig auf Akzeptanzbarrieren: Notfallarmb&#228;nder m&#252;ssen dauerhaft getragen oder manuell ausgel&#246;st werden <TextLink reference="4"></TextLink>, Sicherheitskameras beeintr&#228;chtigen die Privatsph&#228;re <TextLink reference="5"></TextLink>, Sturzmatten wirken nur lokal. Hinzu kommen hohe Kosten und Modernisierungsma&#223;nahmen. Es fehlt an nutzerzentrierten L&#246;sungen, die die heterogenen Bed&#252;rfnisse &#228;lterer Menschen und Angeh&#246;riger adressieren. Ziel dieser Studie war es, spezifische Anforderungen, Barrieren und Bed&#252;rfnisse an ein alltagstaugliches, minimalinvasives Notfallwarnsystem aus Sicht von Senior:innen, Angeh&#246;rigen und Fachexpert:innen zu identifizieren.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Methodik:</Mark1> Von Dezember 2024 bis Februar 2025 wurden 13 semi-strukturierte Interviews mit sechs alleinlebenden Senior:innen (65&#8211;90 Jahre), zwei Angeh&#246;rigen (45 und 57 Jahre) und f&#252;nf Fachexpert:innen (33&#8211;54 Jahre) durchgef&#252;hrt. Neun Teilnehmende waren weiblich, vier m&#228;nnlich. Die transkribierten Interviews wurden mittels strukturierter Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet. Darauf aufbauend wurden acht empirisch fundierte Personas (<Hyperlink href="https:&#47;&#47;www.hnu.de&#47;forschung&#47;forschungs-und-transfereinrichtungen&#47;institut-digihealth&#47;forschung&#47;laufende-projekte&#47;stand-bycare">https:&#47;&#47;www.hnu.de&#47;forschung&#47;forschungs-und-transfereinrichtungen&#47;institut-digihealth&#47;forschung&#47;laufende-projekte&#47;stand-bycare</Hyperlink>) mit unterschiedlichen Lebensrealit&#228;ten entwickelt, die mithilfe des Goal-directed Designs erstellt wurden. Die Konstruktion erfolgte DSGVO-konform auf Basis anonymisierter Interviewdaten.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> Die Analyse zeigte ein Spannungsfeld zwischen dem Sicherheitsbed&#252;rfnis und dem Wunsch nach Autonomie. Zehn der 13 Befragten berichteten von Erfahrungen mit Notfalll&#246;sungen, die meist als st&#246;rend (n&#61;8), fehleranf&#228;llig (n&#61;7) und unflexibel (n&#61;6) wahrgenommen wurden. Insbesondere vier Senior:innen betonten das unangenehme Tragegef&#252;hl. Zentrale Anforderungen, die sich aus der Gesamtheit der Interviews (n&#61;13) ergaben, bezogen sich auf eine geringe Fehleranf&#228;lligkeit (n&#61;11), einfache Bedienbarkeit (n&#61;9) sowie die Anpassbarkeit an individuelle Schutzbed&#252;rfnisse (n&#61;4). F&#252;nf Senior:innen hoben zudem die Einbindung vertrauter Bezugspersonen als besonders wichtig hervor. Die hierauf entwickelten Personas spiegeln typische Nutzerkonstellationen wider, ber&#252;cksichtigen Lebenssituation, Motivation, technische Vorerfahrungen, Barrieren sowie Einstellungen zu Datenschutz und Finanzierung. Sie reichen von technikaffinen Nutzer:innen mit klaren Erwartungen bis hin zu sozial isolierten &#228;lteren Menschen mit hohem Unterst&#252;tzungsbedarf.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Diskussion:</Mark1> Die Ergebnisse verdeutlichen, dass herk&#246;mmliche L&#246;sungen h&#228;ufig nicht den Anforderungen &#228;lterer Menschen und ihren Angeh&#246;rigen gerecht werden. Die entwickelten Personas spiegeln diese Heterogenit&#228;t wider und binden die Zielgruppen aktiv in den Entwicklungsprozess ein, indem die Bed&#252;rfnisse und Lebenskontexte systematisch erfasst und in Designentscheidungen &#252;berf&#252;hrt werden. Die Ergebnisse sind aufgrund der begrenzten Stichprobengr&#246;&#223;e als explorativ einzuordnen. Dennoch erm&#246;glicht die Kombination aus multiperspektivischer Datenerhebung und systematischer Persona-Entwicklung einen innovativen Beitrag zur altersgerechten Technikgestaltung.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Schlussfolgerung:</Mark1> Nutzerzentrierte Notfallsysteme sind entscheidend f&#252;r ein selbstbestimmtes Leben im Sinne des Aging-in-Place. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer kontextsensitiven Technikgestaltung, die &#228;ltere Menschen nicht als homogene Zielgruppe adressiert, sondern deren vielf&#228;ltige Lebensrealit&#228;ten differenziert ber&#252;cksichtigt. Im Gegensatz zu technikzentrierten Ans&#228;tzen wurden auf Basis empirischer Daten realit&#228;tsnahe Personas entwickelt und in psychosoziale, funktionale sowie technische Anforderungen &#252;berf&#252;hrt. Auf dieser Basis sind weiterf&#252;hrende Schritte wie die prototypische Umsetzung sowie Usability-Studien im h&#228;uslichen Umfeld erforderlich, um die Praxistauglichkeit und Wirksamkeit entsprechender Systeme unter realen Bedingungen zu evaluieren.</Pgraph><Pgraph>Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.</Pgraph><Pgraph>Die Autoren geben an, dass ein positives Ethikvotum vorliegt.</Pgraph></TextBlock>
    <References linked="yes">
      <Reference refNo="1">
        <RefAuthor>Genge C</RefAuthor>
        <RefAuthor>McNeil H</RefAuthor>
        <RefAuthor>Debergue P</RefAuthor>
        <RefAuthor>Freeman S</RefAuthor>
        <RefTitle>Technology to support aging in place: key messages for policymakers and funders</RefTitle>
        <RefYear>2023</RefYear>
        <RefJournal>Front Psychol</RefJournal>
        <RefPage>1287486</RefPage>
        <RefTotal>Genge C, McNeil H, Debergue P, Freeman S. Technology to support aging in place: key messages for policymakers and funders. Front Psychol. 2023;14:1287486. DOI: 10.3389&#47;fpsyg.2023.1287486</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;dx.doi.org&#47;10.3389&#47;fpsyg.2023.1287486</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="2">
        <RefAuthor>Wiles JL</RefAuthor>
        <RefAuthor>Leibing A</RefAuthor>
        <RefAuthor>Guberman N</RefAuthor>
        <RefAuthor>Reeve J</RefAuthor>
        <RefAuthor>Allen RE</RefAuthor>
        <RefTitle>The meaning of &#8220;aging in place&#8221; to older people</RefTitle>
        <RefYear>2012</RefYear>
        <RefJournal>Gerontologist</RefJournal>
        <RefPage>357-66</RefPage>
        <RefTotal>Wiles JL, Leibing A, Guberman N, Reeve J, Allen RE. The meaning of &#8220;aging in place&#8221; to older people. Gerontologist. 2012;52(3):357-66. DOI: 10.1093&#47;geront&#47;gnr098</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;dx.doi.org&#47;10.1093&#47;geront&#47;gnr098</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="3">
        <RefAuthor>Statistisches Bundesamt (Destatis)</RefAuthor>
        <RefTitle></RefTitle>
        <RefYear>2024</RefYear>
        <RefBookTitle>Todesursachen. Anzahl der Gestorbenen nach Unfallkategorien. Sterbef&#228;lle nach Unfallkategorien 2023</RefBookTitle>
        <RefPage></RefPage>
        <RefTotal>Statistisches Bundesamt (Destatis). Todesursachen. Anzahl der Gestorbenen nach Unfallkategorien. Sterbef&#228;lle nach Unfallkategorien 2023. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt; 2024 &#91;cited 2025 Apr 24&#93;. Available from: https:&#47;&#47;www.destatis.de&#47;DE&#47;Themen&#47;Gesellschaft-Umwelt&#47;Gesundheit&#47;Todesursachen&#47;Tabellen&#47;sterbefaelle-unfaelle.html</RefTotal>
        <RefLink>https:&#47;&#47;www.destatis.de&#47;DE&#47;Themen&#47;Gesellschaft-Umwelt&#47;Gesundheit&#47;Todesursachen&#47;Tabellen&#47;sterbefaelle-unfaelle.html</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="4">
        <RefAuthor>Heinb&#252;chner B</RefAuthor>
        <RefAuthor>Hautzinger M</RefAuthor>
        <RefAuthor>Becker C</RefAuthor>
        <RefAuthor>Pfeiffer K</RefAuthor>
        <RefTitle>Satisfaction and use of personal emergency response systems</RefTitle>
        <RefYear>2010</RefYear>
        <RefJournal>Z Gerontol Geriatr</RefJournal>
        <RefPage>219-23</RefPage>
        <RefTotal>Heinb&#252;chner B, Hautzinger M, Becker C, Pfeiffer K. Satisfaction and use of personal emergency response systems. Z Gerontol Geriatr. 2010;43(4):219-23. DOI: 10.1007&#47;s00391-010-0127-4</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;dx.doi.org&#47;10.1007&#47;s00391-010-0127-4</RefLink>
      </Reference>
      <Reference refNo="5">
        <RefAuthor>Zwijsen SA</RefAuthor>
        <RefAuthor>Niemeijer AR</RefAuthor>
        <RefAuthor>Hertogh CM</RefAuthor>
        <RefTitle>Ethics of using assistive technology in the care for community-dwelling older adults: an overview of the literature</RefTitle>
        <RefYear>2011</RefYear>
        <RefJournal>Aging Ment Health</RefJournal>
        <RefPage>419-27</RefPage>
        <RefTotal>Zwijsen SA, Niemeijer AR, Hertogh CM. Ethics of using assistive technology in the care for community-dwelling older adults: an overview of the literature. Aging Ment Health. 2011;15(4):419-27. DOI: 10.1080&#47;13607863.2010.543662</RefTotal>
        <RefLink>http:&#47;&#47;dx.doi.org&#47;10.1080&#47;13607863.2010.543662</RefLink>
      </Reference>
    </References>
    <Media>
      <Tables>
        <NoOfTables>0</NoOfTables>
      </Tables>
      <Figures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </Figures>
      <InlineFigures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </InlineFigures>
      <Attachments>
        <NoOfAttachments>0</NoOfAttachments>
      </Attachments>
    </Media>
  </OrigData>
</GmsArticle>