<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1" standalone="no"?>
<!DOCTYPE GmsArticle SYSTEM "http://www.egms.de/dtd/2.0.34/GmsArticle.dtd">
<GmsArticle xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
  <MetaData>
    <Identifier>25gmds018</Identifier>
    <IdentifierDoi>10.3205/25gmds018</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-25gmds0186</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
    <TitleGroup>
      <Title language="de">Forschung im Spannungsfeld: Der EHDS und die neue Regulierung von Gesundheitsdaten</Title>
    </TitleGroup>
    <CreatorList>
      <Creator>
        <PersonNames>
          <Lastname>Dirksen</Lastname>
          <LastnameHeading>Dirksen</LastnameHeading>
          <Firstname>Hans Hermann</Firstname>
          <Initials>HH</Initials>
        </PersonNames>
        <Address>
          <Affiliation>FOM Hochschule f&#252;r Oekonomie und Management, Frankfurt am Main, Germany</Affiliation>
        </Address>
        <Creatorrole corresponding="no" presenting="no">author</Creatorrole>
      </Creator>
    </CreatorList>
    <PublisherList>
      <Publisher>
        <Corporation>
          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
        </Corporation>
        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
      </Publisher>
    </PublisherList>
    <SubjectGroup>
      <SubjectheadingDDB>610</SubjectheadingDDB>
      <Keyword language="de">EHDS</Keyword>
      <Keyword language="de">Sekund&#228;rnutzung</Keyword>
      <Keyword language="de">Gesundheitsdaten</Keyword>
      <Keyword language="de">Anonymisierung</Keyword>
      <Keyword language="de">Zweckbindung</Keyword>
    </SubjectGroup>
    <DatePublishedList>
      <DatePublished>20251103</DatePublished>
    </DatePublishedList>
    <Language>germ</Language>
    <License license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
    </License>
    <SourceGroup>
      <Meeting>
        <MeetingId>M0631</MeetingId>
        <MeetingSequence>018</MeetingSequence>
        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie</MeetingCorporation>
        <MeetingName>70. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)</MeetingName>
        <MeetingTitle></MeetingTitle>
        <MeetingSession>V: Data protection, IT security, legal &#38; regulatory aspects</MeetingSession>
        <MeetingCity>Jena</MeetingCity>
        <MeetingDate>
          <DateFrom>20250907</DateFrom>
          <DateTo>20250911</DateTo>
        </MeetingDate>
      </Meeting>
    </SourceGroup>
    <ArticleNo>Abstr. 376</ArticleNo>
  </MetaData>
  <OrigData>
    <TextBlock name="Text" linked="yes">
      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph>Mit dem European Health Data Space (EHDS) schafft die Europ&#228;ische Union einen neuen Rechtsrahmen f&#252;r die Nutzung elektronischer Gesundheitsdaten sowohl zu prim&#228;ren als auch zu sekund&#228;ren Zwecken. F&#252;r Forschungseinrichtungen bedeutet dies eine tiefgreifende Ver&#228;nderung der datenschutzrechtlichen Ausgangslage. Der Vortrag stellt die Frage in den Mittelpunkt, inwieweit der EHDS einerseits den Zugang zu Gesundheitsdaten f&#252;r die Forschung erleichtert, andererseits aber auch neue rechtliche Unsicherheiten und Verantwortungsrisiken schafft. Besonderes Augenmerk gilt dem Zusammenspiel von EHDS und DSGVO, der Rolle der Health Data Access Bodies sowie den Anforderungen an Anonymisierung, Zweckbindung und Betroffenenrechte.</Pgraph><Pgraph>Zur Beantwortung dieser Fragen wird eine systematische rechtsdogmatische Analyse der relevanten Rechtsquellen (EHDS-VO, DSGVO, einschl&#228;gige Erw&#228;gungsgr&#252;nde, Stellungnahmen der Kommission) durchgef&#252;hrt. Erg&#228;nzend erfolgt eine fallanalytische Betrachtung typischer forschungsbezogener Nutzungsszenarien, insbesondere im Bereich medizinischer Registerforschung und KI-gest&#252;tzter Datenanalysen. Dabei werden methodisch die bestehenden und neu entstehenden Genehmigungs-, Haftungs- und &#220;bertragungspflichten mit Blick auf Forschungsvorhaben in der EU und mit Drittstaatenbezug untersucht.</Pgraph><Pgraph>Die Untersuchung zeigt, dass der EHDS wesentliche Innovationen f&#252;r die Sekund&#228;rnutzung von Gesundheitsdaten einf&#252;hrt, namentlich ein strukturiertes Genehmigungssystem durch Health Data Access Bodies sowie explizite Regelungen f&#252;r Datenverarbeitung ohne individuelle Einwilligung. Gleichzeitig ergeben sich erhebliche Auslegungs- und Abgrenzungsprobleme: etwa hinsichtlich der praktischen Anwendbarkeit von Anonymisierungsanforderungen, der Abgrenzung zul&#228;ssiger Forschungszwecke und der Zweckbindung. Auch neue haftungsrechtliche Risiken f&#252;r datenverarbeitende Forschungseinrichtungen lassen sich identifizieren, insbesondere bei Verst&#246;&#223;en gegen die engen Vorgaben der EHDS-Architektur oder fehlerhafter Drittstaaten&#252;bermittlung. Die empirische Betrachtung zeigt, dass der regulatorische Mehraufwand &#8211; trotz m&#246;glicher Erleichterungen im Datenzugang &#8211; nicht zu untersch&#228;tzen ist.</Pgraph><Pgraph>Der EHDS stellt einen bedeutenden Schritt zur Harmonisierung und Verbesserung des Gesundheitsdatenzugangs f&#252;r Forschungsvorhaben dar. Jedoch besteht die Gefahr, dass die neuen Anforderungen an Transparenz, Sicherheit und Governance in der Praxis zu erheblichen Umsetzungsh&#252;rden f&#252;hren. Forschungseinrichtungen und Unternehmen sind gut beraten, ihre Datenschutz-Compliance- und Genehmigungsprozesse fr&#252;hzeitig an die neue Struktur des EHDS anzupassen. Die effektive Nutzung der Chancen des EHDS wird wesentlich davon abh&#228;ngen, inwieweit die Rechtspraxis geeignete Operationalisierungen f&#252;r zentrale unklare Begriffe und Verfahren entwickelt. Ohne gezielte Flankierung durch praxisorientierte Auslegungshilfen und abgestimmte nationale Implementierungsma&#223;nahmen k&#246;nnte die Vision eines grenz&#252;berschreitenden europ&#228;ischen Gesundheitsdatenraums an der juristischen Komplexit&#228;t scheitern.</Pgraph><Pgraph>Der Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.</Pgraph><Pgraph>Der Autor gibt an, dass kein Ethikvotum erforderlich ist.</Pgraph></TextBlock>
    <Media>
      <Tables>
        <NoOfTables>0</NoOfTables>
      </Tables>
      <Figures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </Figures>
      <InlineFigures>
        <NoOfPictures>0</NoOfPictures>
      </InlineFigures>
      <Attachments>
        <NoOfAttachments>0</NoOfAttachments>
      </Attachments>
    </Media>
  </OrigData>
</GmsArticle>