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    <IdentifierDoi>10.3205/25degam022</IdentifierDoi>
    <IdentifierUrn>urn:nbn:de:0183-25degam0222</IdentifierUrn>
    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
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      <Title language="de">Entstehungskonzepte psychiatrischer und psychosomatischer Krankheitsbilder bei t&#252;rkischen Arbeitsmigrant:innen in der Bundesrepublik (1970 bis 2000)</Title>
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          <Affiliation>Charit&#233; &#8211; Universit&#228;tsmedizin Berlin, Institut f&#252;r Geschichte und Ethik der Medizin, Berlin, Deutschland</Affiliation>
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          <Corporatename>German Medical Science GMS Publishing House</Corporatename>
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        <Address>D&#252;sseldorf</Address>
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      <DatePublished>20251014</DatePublished>
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    <Language>germ</Language>
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      <AltText language="en">This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution 4.0 License.</AltText>
      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin</MeetingCorporation>
        <MeetingName>59. Kongress f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin</MeetingName>
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        <MeetingSession>Versorgung in Pandemiezeiten und Migrationskontexten</MeetingSession>
        <MeetingCity>Hannover</MeetingCity>
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    <ArticleNo>V-04-04</ArticleNo>    <Correction><DateLastCorrection>20251128</DateLastCorrection>Tagungsort wurde von W&#252;rzburg zu Hannover korrigiert.</Correction>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Hintergrund:</Mark1> Seit den 70er Jahren stellten Allgemein&#228;rzt:innen oft die erste Anlaufstelle f&#252;r die sogenannten Gastarbeiter:innen und deren vielf&#228;ltige Probleme (psycho)somatischer Art dar. Sprachliche und kulturelle H&#252;rden erschwerten Deutung, Diagnosestellung und Therapie von Beschwerden bei psychisch belasteten Migrant:innen. Bis heute fehlt es im Umgang mit dieser besonderen Patientengruppe an einer klaren Handlungsempfehlung f&#252;r die Prim&#228;rversorgung.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Zielsetzung&#47;Fragestellung:</Mark1> Ziel dieses medizinhistorischen Beitrags ist es, Deutungsmuster zur Entstehung psychiatrischer und psychosomatischer Krankheitsbilder sowie deren Folgen f&#252;r Diagnostik und Therapie bei t&#252;rkischen Arbeitsmigrant:innen zu rekonstruieren und die Relevanz der Ergebnisse f&#252;r die heutige Versorgung zu diskutieren.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Material und Methoden:</Mark1> Mittels historisch-diskursanalytischer Methodik wurden zwischen 1960&#8211;2000 ver&#246;ffentlichte Publikationen, Kongressbeitr&#228;ge und Berichte kommunaler Beratungsstellen aus der BRD analysiert. Das Akkulturationsmodell nach Berry diente dabei als konzeptioneller Rahmen. Abschlie&#223;end werden die Ergebnisse der Diskursanalyse mit aktuellen Studien in Beziehung gesetzt.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse:</Mark1> Zwischen 1970 und 2000 wurden vier Konfliktfelder wiederholt als Ursache f&#252;r psychische Belastung von t&#252;rkischen Arbeitsmigrant:innen beschrieben: Die Familie, die Arbeit, die deutsche Gesellschaft und das Gesundheitssystem. Diese wurden vor allem mit Somatisierungsst&#246;rungen, depressiven Syndromen und paranoiden Reaktionen in Verbindung gebracht. Deutungsmuster variierten abh&#228;ngig vom fachlichen Hintergrund sowie vom gesellschaftspolitischen Klima in der BRD. Es zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit den Konfliktfeldern weder systematisch erfolgte, noch nachhaltig in einheitliche Versorgungsstrukturen &#252;berf&#252;hrt wurde: Bis Ende des Untersuchungszeitraums war eine ad&#228;quate Diagnosestellung und Therapie von der individuellen &#228;rztlichen Bereitschaft abh&#228;ngig, kulturelle und sprachliche Differenzen zu &#252;berwinden.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Diskussion:</Mark1> Trotz zunehmender Vielfalt von Migrationsbiografien pr&#228;gen die vier Konfliktfelder weiterhin die Versorgung migrantischer Patient:innen. Aktuelle Ans&#228;tze wie die interkulturelle &#214;ffnung und Kompetenzf&#246;rderung innerhalb des Gesundheitswesens setzen an den damit verbundenen Herausforderungen an. Eine systematische Handlungsempfehlung f&#252;r die Prim&#228;rversorgung fehlt weiterhin. Hieran k&#246;nnten k&#252;nftige Studien ankn&#252;pfen.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Take Home Message f&#252;r die Praxis:</Mark1> Gestern verstehen &#8211; mit Blick auf Migrationsgeschichte die Versorgung von heute verbessern.</Pgraph></TextBlock>
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