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      <Title language="de">Nervus ulnaris L&#228;sion in der Guyon-Loge bei Leprabefall &#8211; ein seltener Fallbericht</Title>
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      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Orthop&#228;die und Unfallchirurgie</MeetingCorporation>
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        <MeetingTitle>Deutscher Kongress f&#252;r Orthop&#228;die und Unfallchirurgie (DKOU 2025)</MeetingTitle>
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    <ArticleNo>AB30-2506</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Zielsetzung und Fragestellung: </Mark1>Lepra ist eine seltene, chronische Infektionskrankheit, die durch Mycobacterium leprae verursacht wird und vorrangig Haut und periphere Nerven bef&#228;llt. Aufgrund ihrer niedrigen Inzidenz in vielen Teilen der Welt kann die Diagnose bei atypischer Pr&#228;sentation erschwert sein. Wir pr&#228;sentieren den Fall einer seltenen L&#228;sion des N. ulnaris in der Guyon-Loge.  </Pgraph><Pgraph><Mark1>Material und Methoden: </Mark1>Eine 29-j&#228;hrige brasilianische Patientin wurde in der Ambulanz bei seit drei Wochen bestehender druckdolenter und ger&#246;teter Hautver&#228;nderung im Bereich des Hypothenars vorstellig (s. Abbildung 1 <ImgLink imgNo="1" imgType="figure" />). An der Hand bestand im Versorgungsgebiet des N. ulnaris ein vermindertes Gef&#252;hlsempfinden. Zudem zeigte sich eine Kleinfingerabduktionsschw&#228;che und eine unvollst&#228;ndige Streckung von D4&#47;5. Laborchemisch fanden sich keine erh&#246;hten Infektparameter, MR-graphisch eine Kutisverdickung und diffuse subcutane und intramuskul&#228;re Kontrastmittelaufnahmen.</Pgraph><Pgraph>Die Indikation zur Spaltung der Guyon-Loge und Neurolyse wurde gestellt. Biopsien vom Haut- und Nervengewebe sowie der Hypothenarmuskulatur wurden aufgearbeitet. Histologisch zeigte sich eine chronische granulomat&#246;se Entz&#252;ndung mit Nachweis von s&#228;urefesten St&#228;bchen in der Ziehl-Neelsen-F&#228;rbung. Der Verdacht der tuberkuloiden Lepra konnte durch eine positive M. leprea Serologie (IgM) und dem Nachweis einer positiven PCR im Referenzlabor (Bernhard Nocht Institut) best&#228;tigt werden. Gemeinsam mit Beschluss im Infektiologieboard wurde eine dreifach Antibiose mit Dapson, Rifampicin und Flucloxacillin f&#252;r ein Jahr eingeleitet. Bei neuropathischen Schmerzen wurde die Medikation um Pregabalin erweitert. In der Nervenleitgeschwindigkeit pr&#228;sentierte sich eine deutliche Verlangsamung des N. ulnaris (22 m&#47;s). Bei L&#228;sion des N. ulnaris den Ramus superficialis und profundus betreffend wurde intensive Handtherapie eingeleitet und engmaschige Kontrollen durchgef&#252;hrt. Ein Jahr nach Therapiebeginn pr&#228;sentierte die Patientin eine nahezu freie Funktion der Hand mit leicht reduzierter Sensibilit&#228;t im Ulnaris Versorgungsgebiet und einer Zwei-Punkt-Diskrimination von 6mm. Die Nervenleitgeschwindigkeit verblieb auch nach 4 Jahren verz&#246;gert (20 m&#47;s links, 64m&#47;s rechts) mit einer erh&#246;hten distal motorischen Latenz (4,6 ms links&#47;2,0 ms rechts). Im Nachuntersuchungszeitraum von f&#252;nf Jahren ergab es keinen Hinweis auf ein Rezidiv. Der DASH-Score (Disabilities of Arm, Shoulder and Hand) ergab mit 27 Punkten eine moderate verbliebene Einschr&#228;nkung.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Ergebnisse: </Mark1>Dieser Fall unterstreicht die Bedeutung der differenzialdiagnostischen Ber&#252;cksichtigung von Lepra bei unklaren Neuropathien, insbesondere bei Patienten mit entsprechender Reise- oder Herkunftsanamnese. Da die Erkrankung in vielen L&#228;ndern nur noch sporadisch auftritt, ist sie im klinischen Alltag oft nicht in der prim&#228;ren Verdachtsdiagnose enthalten. Der Nachweis in einer Nervenbiopsie ist selten, aber pathognomonisch. Die fr&#252;hzeitige Diagnosestellung und Therapieeinleitung sind essenziell, um bleibende neurologische Sch&#228;den zu minimieren.</Pgraph><Pgraph><Mark1>Diskussion und Schlussfolgerung: </Mark1>Lepra sollte bei chronischen Neuropathien mit unklarer Genese und assoziierten Hautver&#228;nderungen in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren. </Pgraph></TextBlock>
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