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    <ArticleType>Meeting Abstract</ArticleType>
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      <Title language="de">Hornhautchirurgie: Indikationen, Techniken und Nachsorge</Title>
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      <DatePublished>20251014</DatePublished>
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      <AltText language="de">Dieser Artikel ist ein Open-Access-Artikel und steht unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution 4.0 License (Namensnennung).</AltText>
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        <MeetingCorporation>Sachsen-Anhaltisch-Th&#252;ringische Augen&#228;rztegesellschaft</MeetingCorporation>
        <MeetingName>32. Jahrestagung der Sachsen-Anhaltisch-Th&#252;ringischen Augen&#228;rztegesellschaft &#8211; SATh</MeetingName>
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        <MeetingSession>Hornhaut</MeetingSession>
        <MeetingCity>Oberhof</MeetingCity>
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          <DateTo>20250913</DateTo>
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    <ArticleNo>25sath01</ArticleNo>
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      <MainHeadline>Text</MainHeadline><Pgraph><Mark1>Hintergrund und Zielsetzung:</Mark1> Die Hornhautchirurgie hat sich in den letzten zwei Dekaden von der perforierenden Keratoplastik (PK) hin zu schichtselektiven, gewebeschonenden Verfahren entwickelt. DSAEK, DMEK und &#8211; als in der Entwicklung begriffene minimalistische Variante &#8211; Descemet Stripping Only (DSO) bilden heute das Kernspektrum der lamell&#228;ren Endothelchirurgie. Ziel ist maximale Sehqualit&#228;t bei minimaler chirurgischer Invasivit&#228;t, niedriger Absto&#223;ungsrate und planbarer Nachsorge. Das Vortragsspektrum ordnet Indikationen, Technik-Standards und Nachsorge-Schemata praxisnah ein, erg&#228;nzt um Langzeitdaten, pharmakologische Optionen und technologische Perspektiven wie EndoART sowie Zell-Injektionstherapien. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Epidemiologie und Entwicklung:</Mark1> Registerdaten aus Deutschland und die Erfahrungen unserer Klinik unterstreichen die breite Etablierung der lamell&#228;ren Endothelverfahren: In Erlangen wurden in den letzten 15 Jahren &#62;10.000 Keratoplastiken durchgef&#252;hrt, davon &#62;8.000 DMEK, was die Entwicklung vom PK-zum DMEK-Standard abbildet. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Indikationen:</Mark1> Endothelerkrankungen sind mit &#252;ber 60&#37; die ist die Hauptindikationen f&#252;r eine Keratoplastik: Fuchs-Endotheldystrophie (FECD), pseudophake bull&#246;se Keratopathie (PBK) und endotheliale Sch&#228;den nach intraokularer Chirurgie sind relevante Erkrankungen. </Pgraph><Pgraph>Entscheidende klinische Marker f&#252;r die Indikation sind zentrale Guttae, reduzierte Buchstaben-Kontrastsehsch&#228;rfe, erh&#246;hte Blendempfindlichkeit; eine erh&#246;hte Pachymetrie ist zur Indikationsstellung nicht obligat. In fr&#252;hen FECD-Stadien k&#246;nnen Guttae bei normaler Hornhautdicke bestehen und die funktionelle Leistungsf&#228;higkeit (v. a. Kontrastsehen, Blendung) relevant beeintr&#228;chtigen. </Pgraph><Pgraph><Mark1>Techniken und Standardisierung:</Mark1> </Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1"><Mark2>DMEK</Mark2> ist Goldstandard bei Endothelerkrankungen: Vorteile sind bestes Sehpotenzial, niedrigste immunologische Reaktionsrate, kleine Inzision ohne induzierten Astigmatismus und geringe Instrumentenkosten. Standardisierte Prozessschritte in Erlangen betreffen Markierung und individualisierte Rollungs-Zuordnung, die definierte Descemetresektion des Empf&#228;ngers, Injektor-basierte Implantation (Endoject), kontrolliertes Entrollen (&#8222;bubble-in-the-roll&#8220;) sowie verl&#228;ssliche Luft&#47;Gas-Strategien. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>DSO</Mark2> (Descemet Stripping Only) adressiert zentrale FECD-L&#228;sionen ohne Transplantat. Konzept: zentrale 4-mm-Descemetorhexis mit Spontanheilung durch periphere Endothelzellmigration; Limitierung: prolongiertes &#214;dem und h&#228;ufig geringere Sehqualit&#228;t als nach DMEK. Diese Methode ist in der Entwicklung und noch nicht allgemein anwendbar.</ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph><Mark1>Evidenz und Ergebnisdaten:</Mark1></Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1"><Mark2>Langzeitdaten-DMEK:</Mark2> 8&#8211;10-Jahres-Daten aus Erlangen zeigen stabile hohe Sehsch&#228;rfen und g&#252;nstige Endothelzellverl&#228;ufe. Dies untermauert DMEK als nachhaltige Standardtherapie. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Immunologie&#47;Nachsorge:</Mark2> Eine prospektive FECD-Serie (n&#61;70) unter Loteprednoletabonat 0,25&#37; zeigte 0&#37; Absto&#223;ung; der IOD-Anstieg war selten und niedriger als unter Prednisolonacetat 1&#37;. Damit l&#228;sst sich steroidinduzierter Offenwinkelglaukom-Risiko relevant reduzieren. &#8230;</ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Unbefriedrigende Visusergebnisse:</Mark2> Eine monozentrische DMEK-Kohorte beschreibt das postoperative zystoide Makula&#246;dem als ein erh&#246;htes Risiko f&#252;r unbefriedigende Sehsch&#228;rfen </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Ergebnisse bei Descemet Stripping only (DSO):</Mark2> 7-Jahres-Daten (26 Augen) zeigen in 22&#47;26 Aufklarung, 4 Augen erforderten sekund&#228;re DMEK; zentrale ECD blieb begrenzt, periphere ECD sank signifikant. Klinisch bedeutet dies: DSO ist machbar, aber nicht gleichwertig zu DMEK, und ben&#246;tigt strenge Fallselektion. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>ROCK-Inhibition:</Mark2> Ripasudil (Erh&#228;ltlich nur in Japan) steigert nach DSO die Chance auf rasches Aufklaren und h&#246;here ECD; in einer Phase-IIa-Studie unter Leitung unserer Klinik erreichten 80&#37; nach 12 Wochen klare Hornh&#228;ute ohne relevante Nebenwirkungen. Netarsudil (Erh&#228;ltlich in Deutschland) zeigte in Fallserien-Evidenz bei &#214;demen, u. a. bei ICE-Syndrom und postoperativen Endotheldysfunktionen. Diese Strategien sind in Deutschland nicht zugelassen, weisen aber eine relevante therapeutische Perspektive auf. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>EndoART:</Mark2> Eine neue k&#252;nstliche Descemet-Membran kann bei multiplen DMEK-Versagen oder speziellen Situationen (z. B. Drainageimplantate) die HH Dicke senken und den Visus verbessern; Re-Tamponaden sind teils erforderlich, periphere Verdickungen m&#246;glich. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Zell-Injektion:</Mark2> Das Konzept kultivierter Endothelzellen mit intracameraler Injektion und anschlie&#223;ender Bauchlagerung wird als Zukunftspfad skizziert; klinische Implementierung bleibt selektiv und im Aufbau. </ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph><Mark1>Perioperative Praxis und Nachsorge:</Mark1></Pgraph><Pgraph><UnorderedList><ListItem level="1"><Mark2>Pr&#228;operativ:</Mark2> FECD-Staging, gezieltes Suchen nach Guttae auch bei nur milder Katarakt, funktionelle Tests (Kontrastsehen, Blendung), tomographische &#214;demkartierung. Die Indikationsschwelle kann vor erh&#246;hter CCT erreicht sein, wenn die Funktion leidet. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Intraoperativ (DMEK):</Mark2> atraumatische Gewebehandhabung, standardisierte Injektor-Implantation, kontrolliertes Entrollen, &#8222;Bubble-in-the-roll&#8220;- und Pupillenblock-Prophylaxe. Re-Bubble-Bereitschaft bei partiellem Abl&#246;sen. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Medikamentenplan:</Mark2> Nach DMEK werden initial isotonische&#47;visk&#246;se Sp&#252;ll&#246;sungen (z. B. Ocusaline&#47;ODM-5&#47;Omnisorb) f&#252;r 14 Tage bis 4 Wochen sowie ein gestuftes Steroidregime (z. B. Dexa EDO&#47;Dexasine SE&#47;Predniophthal Gel 5&#215; f&#252;r 3 Monate, dann 3&#215; f&#252;r 3 Monate) empfohlen; hochvisk&#246;ser Tr&#228;nenersatz (z. B. HyloGel&#47;HyloVision Gel sine&#47;Vismed Gel) zur Oberfl&#228;chenstabilisierung. Loteprednol wird bevorzugt, um steroidinduzierten IOD-Anstieg zu vermeiden. </ListItem><ListItem level="1"><Mark2>Positionsregime:</Mark2> R&#252;ckenlage in den ersten Stunden&#47;Tagen sichert Transplantat-Apposition; Patientenaufkl&#228;rung zu Warnzeichen (Sehabfall, Schmerzen, starke Photophobie) ist obligat. </ListItem></UnorderedList></Pgraph><Pgraph><Mark1>Take-Home-Botschaften:</Mark1></Pgraph><Pgraph><OrderedList><ListItem level="1" levelPosition="1" numString="1.">DMEK ist der Standard bei Endothelerkrankungen: &#252;berlegene Optik, geringe Reaktionsrate, gute Langzeitergebnisse. Loteprednol-basierte Schemata reduzieren Glaukomrisiken.</ListItem><ListItem level="1" levelPosition="2" numString="2.">Indikation fr&#252;h stellen: Kontrastverlust&#47;Blendung und zentrale Guttae reichen aus; erh&#246;hte CCT ist nicht zwingend. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="3" numString="3.">DSO ist m&#246;glich, aber mit l&#228;ngerer &#214;demphase und tendenziell geringerer Sehqualit&#228;t; ROCK-Inhibition kann die Ergebnisse signifikant verbessern, ist aber derzeit off-label. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="4" numString="4.">EndoART er&#246;ffnet Optionen bei wiederholtem DMEK-Versagen oder speziellen anatomischen Gegebenheiten. </ListItem><ListItem level="1" levelPosition="5" numString="5.">Standardisierung der OP-Schritte und ein klares Nachsorge-Schema sind die Hebel f&#252;r reproduzierbare Ergebnisse und effizienten Ressourceneinsatz</ListItem></OrderedList></Pgraph></TextBlock>
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